Comic-Anthologie „Mould Map“ : Das Beste vieler Welten

Die kunstvolle Comic-Anthologie „Mould Map“ wirbt im Internet um Unterstützer für ihr neues Projekt. Unser Autor Oliver Ristau ist von dem ambitionierten Projekt überzeugt - an diesem Sonntag endet die Frist.

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Forum der Comic-Avantgarde: Das geplante Titelbild von „Mould Map 3“.
Forum der Comic-Avantgarde: Das geplante Titelbild von „Mould Map 3“.Foto: Promo

Der Anspruch ist nicht gerade klein, das Ziel leider noch nicht erreicht: Kunst, die etwas erzählt und zu sagen hat, verspricht die Anthologie „Mould Map 3“. Das ambitionierte Druckwerk soll von dem in Stockholm ansässigen unabhängigen Kleinverlag Landfill Editions herausgegeben werden. Dazu wurde am 8. November auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter eine Seite eingerichtet.

Die Liste der teilnehmenden Künstler liest sich beeindruckend und bietet eine gelungene Auswahl aus der gegenwärtigen internationalen Comic-Szene. So ist neben der zwischen Schönheit und Apokalypse schwebenden Illustratess Angie Wang auch Sam Alden vertreten, der mit seinen gerade mal 22 Jahren schon eine Qualität in seinen Werken erreicht, für die andere Künstler bisweilen deutlich älter werden müssen. Blaise Larmee ist, wie CF, ein avantgardistischer Agent provocateur, der, just wenn man zu stehen glaubt, einem den Boden unter den Füßen wegzieht – ein wort- und bildgewordener Denkanstoß. Kilian Eng, dessen oft mit futuristischen Themen befasste  Arbeiten sich in Galerien zum Teil großer Beliebtheit erfreuen, der aber ebenso den Terminator überzeugend festzuhalten weiß, rundet diese Art Mélange in vorzüglicher Weise ab. Muss man da noch Beitragende wie den Stanislaw Lem-Romane adaptierenden  Jonny Negron, den mit exentrischem belgischem Humor ausgestatteten Wahl-Berliner Olivier Schrauwen oder den auch gern mal mit Science-Fiction-Versatzstücken experimentierenden Mangaka Yuichi Yokoyama erwähnen? Unbedingt.   

Bedauerlicherweise aber endet die selbstgesetzte Frist zum Erreichen des angestrebten Zieles und des dafür benötigten Betrags am kommenden Sonntag, dem 1. Dezember.

Also versuchen wir doch dabei zu helfen, die von Landfill Editions am Anfang ihres Kickstarters aufgeworfene Frage zu beantworten: „Comics für das JETZT. Die Hippies hatten ihre Utopia-Magazine. Doch was wollen WIR?“ Nun, WIR könnten diesen Prozess der Bewusstseinfindung zumindest finanziell unterstützen - indem wir die Honorare der Künstler und die angekündigte Verarbeitung in höchster Qualität ermöglichen. Und für kleinere, ausdrücklich als „unabhängig“ bezeichnete Comicläden gibt es die Möglichkeit einer Bestellung/Unterstützung als Retail Backer. Das Risiko ist gering, wird die finale Summe von 24.000 Pfund (knapp 29.000 Euro) nicht erreicht, erhält jeder sein Geld zurück. Die Zukunft lächelt, also lächeln wir zurück.

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