Comic-Ausstellung : Fix und Foxis Ostverwandtschaft

Eine Leipziger Ausstellung lässt die Digedags wieder lebendig werden. Eine Schenkung des „Mosaik“-Heftgründers hat sie ermöglicht.

Jörg Aberger
Kobolde: Eine der vielen Originalzeichnungen in der Ausstellung.Alle Bilder anzeigen
Foto: Promo
17.02.2012 10:13Kobolde: Eine der vielen Originalzeichnungen in der Ausstellung.

Die Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum wurde am Donnerstagabend offiziell eröffnet. „So vielfältig und bunt sind historische Ausstellungen nur selten“, sagte Hans Walter Hütter, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte. Die Schau solle die gesellschaftliche, politische und historische Stellung der von dem Grafiker und Comiczeichner Johannes Hegenbarth (kurz: Hannes Hegen) gegründeten Zeitschrift herausarbeiten, die von 1955 an erschien.

„Für die Menschen in Ostdeutschland verbindet sich mit der 'Mosaik' ein Stück Jugend und Erinnerung, während wir im Westen meist auf Unverständnis stoßen, wenn wir über 'Mosaik' sprechen“, sagte Hütter weiter. In der DDR erschienen 223 Hefte mit einer Auflage von bis zu 660.000 Exemplaren, während sich die Comic-Freunde im Westen an „Fix und Foxi“ oder auch an die „Micky Maus“ hielten.

Zusammengestellt wurde die „Mosaik“-Schau aus Stücken der Sammlung Hegenbarths, die dieser dem Zeitgeschichtlichen Forum in einer Schenkung übergeben hat. „Insgesamt haben wir rund 35.000 Originalobjekte von Hegenbarth übernommen“, sagte die Kuratorin der Ausstellung, Kornelia Lobmeier. Zu sehen ist davon mit 250 Stücken in der Schau nur ein kleiner Bruchteil, die durch Ausstellungsstücke aus anderen Sammlungen ergänzt werden. Insgesamt umfasst die Ausstellung 750 Objekte.

„Mosaik“ führte mit seinen Protagonisten Dig, Dag und Digedag die Leser in fremde Welten. „Uns wurden Sehnsuchtsorte gezeigt, etwa Venedig, Amerika oder auch der Weltraum“, sagte der Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums, Rainer Eckert. Was dies für die Menschen in der DDR bedeutet habe, sei „nur aus der Sicht einer eingemauerten Welt zu verstehen.“ 1975 musste Hegenbarth, mit dessen Pseudonym Hannes Hegen die „Mosaik“ eng verbunden war, den Verlag verlassen.
Die seither erscheinende Zeitschrift gleichen Namens ersetzte die Digedags durch die Abrafaxe. Die Ausstellung, die bis zum 13. Mai in Leipzig zu sehen wird, soll später auch in anderen Städten gezeigt werden. „Auch im Westen, wo wir Missionierungsarbeit für 'Mosaik' leisten wollen“, versprach Hütter. (dapd)

Besucherinformationen zur Ausstellung gibt es unter diesem Link.

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