Comic-Klassiker : Die letzte Reise der Digedags

Der DDR-Klassiker kommt ins Museum: Die Originale des Berliner Zeichners Hannes Hegen sollen in Leipzig archiviert werden

284557_0_ea8bddf7.jpg Illustration: Hegen
Klassiker. Die Digedags reisten von 1955 bis 1975 in 220 »Mosaik«-Heften durch die Zeit.Illustration: Hegen

Der Grafiker und Erfinder der legendären ostdeutschen Comicfiguren Digedags, Hannes Hegen, will sein Privatarchiv dem Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig vermachen. Die Verhandlungen über tausende Originalzeichnungen, Entwürfe und Schriftstücke zu den Helden der DDR-Comic-Hefte „Mosaik“ seien weit fortgeschritten, hieß es am Wochenende in mehreren Zeitungen. Bereits im Juli könnten sie abgeschlossen sein, berichtet die „Leipziger Volkszeitung“. Laut „Bild“-Zeitung habe eine Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum den Ausschlag gegeben: Der Zeichner habe die Schau unerkannt besucht und anschließend der Übernahme seines Archivs zugestimmt. Die Digedags reisten von 1955 bis 1975 in 220 „Mosaik“-Heften durch die Zeit, erlebten im antiken Rom ebenso Abenteuer wie in der Urzeit. 

Der heute 84-Jährige Hegen hatte mit seinen Comic-Figuren Dig, Dag und Digedag von 1955 bis 1975 hunderttausende Kinder und Jugendliche in der DDR begeistert, die Auflage des Monatsheftes erreichte zeitweise 660.000 Exemplare, konnte aber nie die Nachfrage abdecken. Der Schatz, den Hegen nun übergeben will, umfasst sein Lebenswerk - tausende Originalzeichnungen, Entwürfe und Schriftstücke, die der Künstler in seinem Berliner Haus aufbewahrt, wie die "Leipziger Volkszeitung" berichtet. Über die Geschichte der Digedags hinaus dokumentiert die Hinterlassenschaft auch das weitere, wenig bekannte Schaffen des Grafikers.

Den Ausschlag für Hegens Entscheidung, die Werke nach Leipzig zu geben, gab die - ohne Mitwirkung des Künstlers entstandene - Digedag-Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum vom 14. Mai bis 21. Juni, zu der mehr als 12.000 Besucher kamen. Der Grafiker, der seit Jahrzehnten in völliger Zurückgezogenheit lebt und Kontakte zu Medien rigoros ablehnt, hatte die Schau unbemerkt besucht. (dpa/Tsp)

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