Comicverfilmung : Minderjährige Kampfmaschinen

Die Comicverfilmung „Kick-Ass“ ist jetzt als DVD erhältlich.

Furios. Chloe Grace Moretz als Hit Girl. Foto: Promo
Furios. Chloe Grace Moretz als Hit Girl.Foto: Promo

Was für ein Glück, dass Mark Millar offenbar als Kind eher ein Loser war. So kann die geneigte Comicleserschaft mit schöner Regelmäßigkeit neue Werke des schottischen Bestseller-Autors goutieren, in denen er so zynisch wie unterhaltsam seine Underdog-Weltsicht verbreitet und damit ein wenig auch seine Kindheitstraumata aufarbeitet. Den Eindruck vermittelt Millar zumindest im Interview, das es als Beigabe zur DVD-Fassung der Verfilmung seiner Superhelden-Farce „Kick-Ass“ gibt, die seit Donnerstag im Handel ist. Im 20-minütigen Making-of zum Film plaudert Millar darüber, wie er als Junge davon träumte, Karatekurse zu besuchen, seinen Körper in Form zu bringen und als maskierter Held mit dem organisierten Verbrechen in der westschottischen Kleinstadt aufzuräumen, in der er aufwuchs. Statt seine Träume auszuleben, langweilte der kleine Mark sich dann aber doch nur zu Hause und futterte sich einen Bauch an.

So kommt es, dass er in seiner großartigen, vor Gewalt strotzenden und von John Romita jr. meisterhaft gezeichneten Comicserie „Kick-Ass“ den Teenager Dave Lizewski auf eine halsbrecherische Mission schickt, die den Millar'schen Jugendfantasien sehr nahe kommt. „Kick-Ass ist ein autobiographisches Projekt“, sagt der Autor freimütig.

Bei Comicfans und Kritikern stieß die Verfilmung bei ihrer Kinopremiere im April auf Wohlwollen, kommerziell war das Projekt ein Flop. Das will der Verleih nun mit der DVD ausgleichen, bei der man auf Verkaufszahlen hofft, die die hinter den Erwartungen liegenden Kino-Besucherzahlen wenigstens ein wenig kompensieren können.

Irrwitzig, blutrünstig, selbstreferenziell: Seit Donnerstag ist die DVD im Handel. Foto: Promo
Irrwitzig, blutrünstig, selbstreferenziell: Seit Donnerstag ist die DVD im Handel.Foto: Promo

Inhaltlich und optisch hat der Film durchaus das Zeug zum Bestseller. So lobte Tagesspiegel-Kritiker Jörg Wunder die Umsetzung im Frühjahr als „furiose, brutale Superheldensatire“ und schrieb: „Durch die Verankerung des irrwitzigen Plots in einer selbstreferenziellen Plausibilitätsschlaufe (Comicleser bzw. Schauspieler geraten in den fiktiven Kosmos ihres Beschäftigungsfeldes) werden die Mechanismen des Genres aufgezeigt, ohne den Geist zu verraten. So ist „Kick-Ass“ zwar intelligentes Meta-Kino und eine Fundgrube für zitatesuchende Cineasten und Comic-Spezialisten, aber zugleich einer der furiosesten Superheldenfilme überhaupt. In seiner Blutrünstigkeit nimmt es die dritte Regiearbeit des Briten Matthew Vaughn locker mit „Sin City“ und „Kill Bill“ auf, bricht deren unerbittliche Düsternis aber durch doppelbödigen Humor und die unvermeidliche Teenager-Lovestory“ (zur kompletten Kritik geht es hier).

Hinweis: Die Verlosung ist beendet, die Gewinner werden per Post benachrichtigt.

(lvt)

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