Comicverfilmung : Mutant mit Luxuskörper

„X-Men Origins“ führt in die Frühgeschichte der Comicfigur Wolverine. Hier eine erste Rezension zum Film, der am 29. April ins Kino kommt

Simone Andrea Mayer
Themendienst Kino: X-Men Origins: Wolverine
Sexsymbol mit Stahlkrallen. Hugh Jackman schlüpft zum inzwischen vierten Mal in die Rolle, die ihn zum Superstar machte.Foto: Twentieth Century Fox

Den Sprung in die Vergangenheit wagt die vierte Verfilmung der „X-Men“-Comics. Der Kinostreifen „X-Men Origins: Wolverine“ erzählt vom Auslöser des jahrzehntelangen Kampfes des mutierten Wolfsmenschen Wolverine gegen das Tier in ihm und für die Freiheit der Mutanten. Damit setzt die Handlung vor den bereits verfilmten drei „X-Men“-Filmen an und zeigt auch Wolverines Erschaffung durch eine Art Frankenstein.

Der Mutant Wolverine (Hugh Jackman) lebt in den 1970er Jahren unter dem Namen Logan in einem entlegenen Holzfäller-Camp in den kanadischen Rocky Mountains. Hier sucht er Ruhe vor seinen dunklen Erinnerungen an Kriegseinsätze und findet sie in der Beziehung mit der sanftmütigen Lehrerin Kayla Silverfox (Lynn Collins). Als Logans gewalttätiger Bruder Victor Creed (Liev Schreiber) in die Idylle eindringt und Kayle tötet, verbündet sich der Mutant mit einem alten Bekannten, William Stryker (Danny Huston). Dem Oberst der Armee war Logan einst in einer Spezialeinheit unterstellt.

Stryker, der bereits in „X-Men 2“ auftauchte, verbessert in einem Labor Logans bereits vorhandene übermenschlichen Kräfte und stattet sein Skelett mit einer ganz besonderen Legierung aus. Logan wird zur unzerstörbaren Kampfmaschine Wolverine. Unmittelbar nach der Transformation erfährt Logan jedoch, dass Stryker ihn und andere Mutierte missbraucht, um aus ihren Fähigkeiten das perfekte Wesen zu erschaffen. Es kommt zum Kampf gegen die Wissenschaft, um die Freiheit der Mutanten und um Logans menschliche Seite.

Der "sexiest man alive" zeigt sich nackt

Während in der zwischen 2000 und 2006 erschienenen Trilogie die Gruppe der Fantasywesen „X-Men“ im Mittelpunkt des Geschehens steht, wendet sich der vierte Teil komplett der Figur Wolverine zu. Seine Vergangenheit und seine Beziehung zu Stryker sind später Auslöser der Gründung der X-Men.

Superstar Hugh Jackman spielt erneut den verwegenen Helden Wolverine und zeigt erstmals dessen emotionale Züge. Er weint, schreit, leidet, liebt und vereint das „Monster“ mit seiner romantischen Seite. Und: Der nach Meinunbg der Zeitschrift People „sexiest man alive“ zeigt sich nackt. Textilfrei rennt er durch Wälder und springt Wasserfälle hinunter.

Für Nichteingeweihte nur schwer verständlich

Dennoch setzt „X-Men Origins: Wolverine“ von Regisseur Gavin Hood (Oscar-Preisträger für „Tsotsi“) in Stil und Tonalität die düstere Actionserie fort. Wie die Vorgängerstreifen ist auch der neue Teil mit Spezialeffekten aufgeladen. Hervorragend umgesetzt ist etwa eine Kampfszene auf der Kante eines Atom-Kühlturms. Mit den Augen Logans wankt und schwankt der Zuschauer Hunderte Meter über dem Boden - wer in der Realität nicht schwindelfrei ist, wird im Kinosessel keinen Spaß haben.

Auch wenn „Wolverine“ zeitlich vor dem Inhalt der „X-Men“-Trilogie spielt, handelt es sich um eine Fortsetzung. Wer keinen oder nur einen Teil der „X-Men“ gesehen hat, wird Zusammenhänge nicht verstehen. Der Blockbuster greift immer wieder Inhalte der vorhergehenden Filme auf und legt etwa offen, warum der Wissenschaftler William Stryker in „X-Men 2“ Mutanten vernichten will oder wie Professor Xaviers seine Schule für talentierte Mutanten gründet. Wer also Spaß an der Geschichte haben will, sollte vorher noch mal „X-Men“ 1 bis 3 in den DVD-Player einlegen.

Der Ableger der „X-Men“-Trilogie läuft am 29. April in Deutschland an, zwei Tage vor Kinostart in den USA am 1. Mai.

Mehr im Internet unter: www.wolverine-derfilm.de.
(dpa )

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