Der Planet der Affen : Aufstand im Menschenghetto

Selbstmordattentäter und Sandalenfilm: "Die Chroniken von Mak" erzählen aus dem Mittelalter des "Planet der Affen"-Universums - episch und von zeitloser Aktualität.

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Attentat im Affenstaat. Die Eröffnungsszene aus dem Band.
Attentat im Affenstaat. Die Eröffnungsszene aus dem Band.Cross Cult

Bevor im August zum nun mehr achten Male der „Planet der Affen“ über die Kinoleinwände ziehen wird, berichten „Die Chroniken von Mak“ noch von einer Begebenheit aus dem Mittelalter eines der langlebigsten Sci-Fi-Universen überhaupt. Mehr als tausend Jahre vor Charlton Hestons Heimkehr, die in Pierre Boulles Roman und dem Filmklassiker von 1968 abgehandelt wird, gärt in Skintown, dem Menschenghetto der Stadt Mak, die Revolution. Ein Attentäter mit einem antiken Sturmgewehr erschießt den Gesetzesvater, den höchsten Affen-Politiker. Ohne den mäßigenden Einfluss ihres auf Ausgleich gepolten Anführers greifen die Affen in ihrer Sorge um Sicherheit zu drastischen Mitteln. Razzien und das Niederschlagen von Demonstrationen sind an der Tagesordnung, was die andere Seite zum Ausbau einer Guerillaarmee bringt. Und so rennen beide Seite in einen Krieg hinein, der mit Zeppelinen wie Selbstmordattentätern geführt wird und gleichermaßen rassistisch wie religiös motiviert ist.

Humanismus oder Hominidaeismus?

Was dabei herauskommt, ist eine Mischung aus Sandalenfilm, Hofintrige und Kriegsabenteuer, die Fragen über Miteinander, Gegeneinander, Rassismus, Humanismus – oder eben Hominidaeismus – verhandelt. Neu sind diese Ideen allesamt nicht, die in dem dicken Hardcoverband stecken, der zwanzig Hefte versammelt, die zwischen 2011 und 2013 beim US-Verlag Boom! Studios erschienen. Aber US-Autor Daryl Gregory erzählt episch und der Brasilianer Carlos Magno hat einen angenehmen Strich, der gleichermaßen rau und präzise ist. Höfische Trachten und die Kleidung der Arbeiter sind so detailliert wie das technische Gerät, das zum Einsatz kommt. Damit sind die Chroniken nicht nur unterhaltsam anzuschauen, sondern angesichts dessen, was momentan wieder in diversen Bürgerkriegsregionen des Planeten der Menschen los ist, auch von zeitloser Aktualität.

Bruderkrieg. Das Cover des besprochenen Bandes.
Bruderkrieg. Das Cover des besprochenen Bandes.Cross Cult

Daryl Gregory und Carlos Magno: „Planet der Affen - Die Chroniken von Mak“, Cross Cult, 448 Seiten, 39,80 Euro. Eine Lesprobe gibt es auf der Website des Verlages.

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