Der Tagesspiegel-Fragebogen (8) : 15 Fragen an - Tomppa

In einer Sommerserie haben wir Comicschaffenden je 15 Fragen gestellt - zu ihrer Arbeit, zu ihren Vorbildern und zur Lage der Comic-Nation. Heute: der Berliner Autor und Zeichner Tomppa.

Der Autor und Zeichner Tomppa.
Der Autor und Zeichner Tomppa.Foto: Lars von Törne

1. Was kommt bei Ihrer Arbeit zuerst: Worte oder Bilder?

Beides gleichzeitig. Es gibt keine bestimmte Reihenfolge. Wichtig ist allerdings, dass ich zu einem möglichst frühen Zeitpunkt die komplette Geschichte inklusive Dialogen einmal komplett als Skript aufschreibe. Sonst verliere ich irgendwann die Orientierung.

2. Hören Sie beim Zeichnen Musik, und wie beeinflusst Sie das?

Nicht, wenn ich mich stark konzentrieren muss. Sonst am liebsten Singer/Songwriter-Musik.

3. Was essen und trinken Sie am liebsten bei der Arbeit?

Essen: Nichts. Trinken: Wasser und Kaffee.

4. Angenommen, Ihre Wohnung brennt: Welche Comics würden Sie auf jeden Fall aus Ihrem Regal retten?

„Marvels“ von Busiek und Ross sowie meine „Haunt“-Hefte.

Seite aus "Der Engel", Teil 1.
Seite aus "Der Engel", Teil 1.Illustration: Tomppa

5. Welche Zeichner/Autoren waren für Ihre eigene Entwicklung die prägendsten?

Frank Miller und Alex Ross.

6. Welches Comic-Buch/Heft/Album würden Sie jemandem empfehlen, der sonst eigentlich keine Comics liest?

„Marvels“ von Busiek/Ross.

7. Glauben Sie, dass dem Comic die Aufmerksamkeit zuteil wird, die er verdient?

Jedes Comic bekommt die Aufmerksamkeit, die es verdient. Ist eben doch alles Geschmackssache.

8. Welche zeitgenössischen Comiczeichner/innen verdienten mehr Aufmerksamkeit als sie sie im Moment haben?

Ich :-) Aber im Ernst: Ich bin Mainstreamer. Die Comics, die ich mag, mögen Tausende Andere auch. Daher haben die Zeichner ausreichend Aufmerksamkeit.

9. Wenn Sie einen hoch dotierten Preis für das Comic-Lebenswerk zu vergeben hätten, wer würde ihn bekommen?

Alex Ross – dafür, dass er Superhelden real wirken lässt.

Leseprobe aus dem ersten "Engel"-Teil.
Leseprobe aus dem ersten "Engel"-Teil.Illustration: Tomppa

10. Wie würden Sie einem Blinden beschreiben, was das Besondere an Ihren Comics ist?

Die Idee dahinter, nämlich einen Superhelden nach Berlin zu bringen. Die Stadt hat ihren eigenen Helden verdient.

11. Woran arbeiten Sie derzeit, wenn Sie nicht gerade Fragebogen ausfüllen?

An Teil 3 der „Engel“-Miniserie.

12. Wieso würden Sie einem jungen Menschen raten, Comiczeichner/-autor zu werden – und wieso würden Sie ihm davon abraten?

Dafür: Weil es ein Traumjob ist (zumindest für mich).

Dagegen: Weil es verdammt schwer ist, in Deutschland damit seine Brötchen zu verdienen.

13. Wie fühlt es sich für Sie an, Ihre Zeichnungen als gedruckte Bücher in der Hand zu halten?

Das war der Traum meiner Kindheit und Jugend. Den Rest kann man sich denken :-)

14. Welche Note hatten Sie im Kunstunterricht?

Zwischen 1 und 2.

Das Cover von "Der Engel", Teil 2.
Das Cover von "Der Engel", Teil 2.Illustration: Tomppa

15. Was können Sie überhaupt nicht zeichnen?

Dinge, die ich noch nie in irgendeiner Form vorher gesehen habe.

Tomppa ist 36 Jahre alt und lebt in der Umgebung von Berlin. Von September 2007 bis Juni 2009 arbeitete er am ersten Teil einer fünfteiligen Miniserie um den "Engel", der unter dem Label von Comicwerk erschienen ist. Im Juni 2010 kam der zweite Teil bei Thenextart heraus. Hier geht es zur Homepage des Künstlers mit Infos und Leseproben.

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