"Der Tod im Nacken" : Fatal Attraction

Ed Brubaker und Sean Phillips verbinden in ihrer neuen Comicserie „Fatale“ Crime Noir mit Horrorelementen - und schüren damit hohe Erwartungen.

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Sex, Crime und Gewalt: Eine Seite aus dem ersten Sammelband.
Sex, Crime und Gewalt: Eine Seite aus dem ersten Sammelband.Foto: Panini

Wer gemein sein will, behauptet gerne, das Duo Ed Brubaker/Sean Phillips schreibe im Prinzip bei all seinen Projekten immer die selbe Geschichte: Mysteriöse Frauen, kaputte Typen und eine Mischung aus Sex, Crime und Gewalt bildeten von jeher die Eckpfeiler ihres Schaffens von „Sleeper“ bis „Criminal“.

Auch „Der Tod im Nacken“, der jetzt auf Deutsch erschienen, die ersten fünf Hefte umfassende Sammelband ihrer 2012 gestarteten Serie „Fatale“ macht da keine Ausnahme. Darin erzählen Brubaker und Phillips … ja was eigentlich? So genau ist da auch nach den 130 Seiten noch nicht klar. Es geht um eine mysteriöse, anscheinend unsterbliche Frau, um die Männer, die ihr erliegen, um die Suche nach einem Massenmörder und die Monster hinter der zerbrechlichen Oberfläche der Realität. Also in etwa um den Kurzschluss von Raymond Chandler mit H.P. Lovecraft.

Verwirrend? Ja. Interessant? Auch das. Das liegt vor allem daran, dass das Duo sich zwar mit Freude bei den Klischees des Noir-Krimis bedienen, diese jedoch nie stumpf abspult, sondern mit ihnen spielt. Mehrfach springen sie in der durchaus komplexen Erzählung zwischen der Jetztzeit und den 1950er Jahren hin und her und haben auch den Mut, den Leser mit mehreren offenen Fragen zurückzulassen.

Anzahlung: Das Cover des ersten Sammelbandes.
Anzahlung: Das Cover des ersten Sammelbandes.Foto: Panini

Sean Phillips hat das in seinen gewohnt ungeschliffenen und mit viel Schatten arbeitenden Bildern umgesetzt, die alles andere als originell angelegt sind, aber die Brutalität der Geschichte aufs Treffendste widerspiegeln und die Kolorist Dave Steward in mattem Grau und Braun ebenso treffend ausgeleuchtet hat.

In dem Sinne ist also wirklich alles wie immer: In diesem Fall ist das aber nicht das schlechteste. Ob die geschürten hohen Erwartungen auch zu einem befriedigenden Finale führen, bleibt allerdings noch abzuwarten.

Ed Brubaker & Sean Phillips: „Fatale 1 – Den Tod im Nacken“, Panini, 136 Seiten, 16,95 Euro 

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