Die drei ??? als Comic : Premiere in Rocky Beach

Mehr als 45 Jahre hat es gedauert. Jetzt ermitteln die drei Juniordetektive in dem Buch "Die drei ??? und der dreiäugige Totenkopf" das erste Mal in Comicform.

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Schwarz-weiß-blau. Die Farbgebung erinnert an Darwyn Cookes "Parker".
Schwarz-weiß-blau. Die Farbgebung erinnert an Darwyn Cookes "Parker".Foto: promo

Es beginnt wie so oft: In dem zur Detektivzentrale umgebauten Wohnwagen auf dem Schrottplatz der Firma Titus Jonas klingelt das Telefon. „Hilfe!!!"“ schreit es aus dem Hörer – und Justus, Peter und Bob, auch bekannt als „Die Drei ???“, haben einen neuen Fall. Und nicht irgendeinen, sondern ihren nach mehr als 45 Jahren, 183 Büchern und 177 Hörspielen ersten, der als Graphic Novel erzählt wird: „Die drei ??? und der dreiäugige Totenkopf“, der Kosmos-Verlag hat das Buch jüngst veröffentlicht.

Der schreiende Anrufer ist der Horror-Regisseur James Cushing. Der findet eines morgens eine Tätowierung auf seinem Unterarm. Sie zeigt jenen titelgebenden Schädel. Eine Warnung? Ein Fluch? In jedem Fall eine Anspielung auf einen nie vollendeten Film Cushings, bei dem ein Smaragd vom Set verschwand.

Reichlich Zitate aus der Historie der Serie

Filmstars, verschwundene Juwelen, ein Fall, der mindestens drei Nummern zu groß für ein paar Minderjährige ist? Fans dürften sich da schnell zu Hause fühlen in Rocky Beach. Die Autoren John Beckmann und Ivar Leon Menger, der schon zwei Hörspielprojekte für „Die Drei ???“ verantwortete, zitieren reichlich aus der Historie der Serie.

Gestaltet hat das Buch, für das wunderschön dickes und raues Papier gewählt wurde, Christopher „Piwi“ Tauber, Mitherausgeber beim Zwerchfell-Verlag. Seine Zeichnungen sind cartoonig, detailverliebt und erinnern im ersten Moment an Darwyn Cookes „Parker“-Adaptionen, weil auch hier die Schwarz-Weiß-Zeichnungen nur mit einem blassen Blau koloriert wurden. Der Unterschied zu dem Kanadier ist dann aber doch groß. Viele Seiten wirken überladen. Nicht nur mit Panels, auch mit Sprechblasen. Die Möglichkeiten der Kunstform, visuell zu erzählen, nutzen die Autoren kaum.

Was ein 12-jähriger Leser sagt

Schädel, Palmen und Motoren. Das Retro-Cover des Buches.
Schädel, Palmen und Motoren. Das Retro-Cover des Buches.Foto: promo

Das größere Problem aber ist der Fall selbst. In seinem Bemühen, sowohl junge Leser als auch alte Fans, die dem Trio aus Nostalgie die Stange halten, einzufangen, ist er recht unentschlossen geraten. Manches wirkt kindisch, anderes ist richtig harter Stoff: Wenn etwa ein Schauspieler vor seiner herrischen Frau kuscht, oder die Detektive eine abgewrackte Alkoholikerin ausquetschen. Aber vielleicht misst man da als erwachsener Leser schlicht mit dem falschen Maß. Ein zwölfjähriger Testleser, dem wir das Buch gaben und für den es in erster Linie auch gemacht wurde, kam schließlich mit folgendem Fazit wieder: „Schlecht: kein richtiger Farbdruck, ein paar Seiten unübersichtlich. Gut: schönes Cover, schöner Aufbau der Spannung.“

Ivar Leon Menger, John Beckmann, Christopher Tauber: "Die drei ??? und der dreiäugige Totenkopf", Kosmos 128 Seiten, 14,99 Euro

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