Disney-Comics : Der Einstein von Entenhausen

„Dem Ingeniör ist nichts zu schwör“: Daniel Düsentrieb wird 60.

Caroline Bock
Universalgenie: Im Mai 1952 erschien der „große, schlaksige Hühnervogel“ (Barks) im Disney-Universum.
Universalgenie: Im Mai 1952 erschien der „große, schlaksige Hühnervogel“ (Barks) im Disney-Universum.Foto: © Disney

Was hat er nicht alles erfunden: Luftroller, Wünschelbrunnen, heißen Eistee, sich selbst leerende Mülltonnen, behaarte Türklinken für den Winter und Kaugummibäume. Daniel Düsentrieb, der Tüftler von Entenhausen, feiert seinen 60. Geburtstag. Im Mai 1952 erschien der „große, schlaksige Hühnervogel“, wie ihn sein Erfinder Carl Barks (1901-2000) beschrieb, zum ersten Mal im Disney-Universum. Er hüpft in der Episode „Eine peinliche Enthüllung“ auf einer Stelze, um Sahne, die er sich in einem Fass umgeschnallt hat, zu Butter zu schlagen.

Auf Englisch heißt der Comicheld „Gyro Gearloose“, was nach einem Typen klingt, bei dem ein Schräubchen locker ist. Der deutsche Namen und der Spruch „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör“ sind der legendären Übersetzerin Erika Fuchs (1906-2005) zu verdanken. Mit seiner Weste, dem Hütchen und dem Zwicker auf dem Schnabel sieht Düsentrieb wie ein freundlicher, mittelalter Herr aus. Mancher Donaldist will auf dem Haupt sogar eine Perücke erkennen.

Er war eine von Carl Barks' Lieblingsfiguren

Allein in den von Barks gezeichneten Episoden wurden mehr als 200 düsentriebsche Erfindungen gezählt. Zu Taler-Reichtum hat er es aber nicht gebracht. Bei seinen Lieferanten hat er Schulden, auch bei Geizhals Dagobert Duck steht Düsentrieb in der Kreide. Immerhin: Ein Comiclexikon erkennt in dem Tüftler einen „Vorgänger des Qualitätsmanagements“. Weil er so kundenorientiert ist.

Seine Patente preist er mit dem Handkarren an („Schöne, große, dicke, neue Erfindungen!“). Familienanschluss findet Düsentrieb bei den Ducks. Seine beste Idee war wahrscheinlich sein kleiner Assistent Helferlein, eine Drahtfigur mit Glühbirne auf dem Kopf und eine Art Sohn-Ersatz. Außerdem liefert der Diplomingenieur die Ausrüstung für den Superhelden Phantomias alias Donald Duck.

Düsentrieb war laut Egmont Ehapa Verlag eine Lieblingsfigur von Barks, der sich selbst für einen geborenen Tüftler hielt. „Es wäre schier unmöglich, all die zahllosen Erfindungen zum Patent anzumelden, die mir mal im Kopf herumgekreist sind“, soll der Zeichner einmal gesagt haben.

Heute ist sogar ein Technikwettbewerb der Hamburger Schulen nach Daniel Düsentrieb benannt. Der Verlag feiert das „Universalgenie“ zum Geburtstag im 34. Band der „Enten-Edition“ sowie im „Micky Maus“-Heft, dem eine „Helferlein-Lampe“ beigelegt ist. Beide erscheinen am 11. Mai. (dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben