Disney-Comics : Die Super-Neffen

Von kleinen Rabauken zu Pfadinder-Musterknaben: Vor 80 Jahren tauchten Tick, Trick und Track erstmals in einem Comicstrip auf.

Andreas Rehnolt
Huey, Dewey und Louie - so heißen die drei Neffen im US-Original.
Huey, Dewey und Louie - so heißen die drei Neffen im US-Original.Foto: Egmont Ehapa Verlag GmbH

Tick, Trick und Track, die drei Neffen von Donald Duck, werden 80 Jahre alt: Am 17. Oktober 1937 tauchten sie im Silly-Symphony-Comicstrip erstmals in Entenhausen auf und gehören seitdem zu den beliebtesten Figuren der Walt-Disney-Geschichten um Micky und Donald. Zeichner war Al Taliaferro. Schon im April 1938 waren sie dann Helden im Zeichentrickfilm „Donald's Nephews“ (Besuch bei Onkel Donald) von Carl Barks.

Damals unterschied sich das Neffen-Trio allerdings noch gewaltig von den pfiffigen Jungs, die die Leser des Comic-Heftes „Micky Maus“ oder der „Lustigen Taschenbücher“ heute vor Augen haben. In den frühen Stories waren die drei zum Verwechseln ähnlichen Jungs vor allem kleine Rabauken, die ihrem finanziell ewig klammen Onkel Donald das Leben schwermachten und sein Haus auf den Kopf stellten.

Über den familiären Hintergrund des „Trios mit drei Bürzeln“ ist auch nach acht Jahrzehnten nicht wirklich viel bekannt. Nach Angaben des Berliner Egmont-Ehapa Verlags, der seit vielen Jahren die Geschichten aus Entenhausen auf den deutschen Markt bringt, war es Donalds Schwester Della, die Tick, Trick und Track vor 80 Jahren zu ihrem Bruder schickte. Er sollte vorübergehend auf sie aufpassen. Doch schon bald kehrten die drei auf Dauer zu Donald zurück und blieben fortan unter seiner Obhut.

Die deutschen Namen gab ihnen 1951 die Disney-Übersetzerin Erika Fuchs (1906-2005). Im US-Original heißen sie Huey, Dewey und Louie. Die Niederländer nennen sie Kwik, Kwek und Kwak, die Dänen Rip, Rap, Rup.

Unterscheiden können Leser sie nur an ihren unterschiedlichen Mützen in den Farben blau, grün und rot. Zu ihrer Familie gehören außer Donald natürlich der stinkreiche und knauserige Großonkel Dagobert, Oma Duck auf ihrem Bauernhof am Stadtrand von Entenhausen sowie Donalds Dauerfreundin Daisy.

Spätestens mit der Einführung der Pfadfindergruppe „Fähnlein Fieselschweif“ 1951 mutieren Tick, Trick und Track zu Musterknaben. Mit dem Wissen aus ihrem fast schon unheimlichen „Schlauen Buch“ sind sie fortan nie um eine Problemlösung verlegen - und befreien Onkel und Großonkel aus so mancher Gefahr. Das Pfadfindermotto „Jeden Tag eine gute Tat“ nehmen Tick, Trick und Track wörtlich, verhalten sich vorbildlich gegenüber Umwelt, Mitmenschen und Tieren.

Anders als Donald, der in der Regel seine Hängematte einer Expedition ins Ungewisse vorzieht, stürzen sich seine Neffen mit Begeisterung in jedes neue Abenteuer. Sie sind Gegenpol und Ergänzung zu Donald, bei dem so ziemlich alles schief läuft, was er anpackt. Was sollte der chaotische Pechvogel in ständigen Geldnöten ohne seine Neffen tun?

Dabei sind die jungen Erpel sich nahezu immer einig. Streit ist sehr selten. Egal, ob sie im Sprechblasenchor sprechen oder ihre Sätze untereinander aufteilen: Irgendwie weiß der eine doch immer, was der oder die anderen gerade sagen wollen. Und vereint im Protest gegen die Badewanne, wandeln sie sogar den Rütlischwur aus Schillers Wilhelm Tell ab: „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns waschen und Gefahr!“ (epd)

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