Erika-Fuchs-Haus - Museum für Comic und Sprachkunst : Schockschwerenot - Fuchs-Museum öffnet später

Eigentlich sollte das "Erika-Fuchs-Haus" als Deutschlands erstes Comicmuseum am 7. Dezember eröffnet werden. Nun kam alles ganz anders.

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Donalds Botschafter: Carls Barks und Erika Fuchs mit der Figur, die beider Leben prägte.
Donalds Botschafter: Carls Barks und Erika Fuchs mit der Figur, die beider Leben prägte.Foto: dpa/Disney

Am 7. Dezember wäre die vielfach ausgezeichnete Übersetzerin der Geschichten um Donald Duck und Micky Maus 108 Jahre alt geworden - also war dieser Tag vor einigen Monaten für die feierliche Eröffnung des Hauses in Schwarzenbach an der Saale festgesetzt worden. Doch daraus wird jetzt nichts: "Die Eröffnung des Erika-Fuchs-Hauses - Museum für Comic und Sprachkunst, die für den 7. Dezember angekündigt war, muss verschoben werden", teilte Alexandra Hentschel, die Leiterin des Erika-Fuchs-Hauses, am Donnerstag mit. In den vergangenen Wochen seien Mängel am Fußboden im Erdgeschoss sichtbar geworden. Ein Gutachter habe festgestellt, dass die erforderliche Belastbarkeit nicht gegeben sei. "Die Baufirma hat reagiert und den Boden bereits neu eingebracht", teilt Hentschel mit. "Bis das neue Material belastbar und die Oberfläche bearbeitet ist, müssen die weiteren Ausbauten im Erdgeschoss ruhen." Damit sei es unmöglich geworden, den geplanten Eröffnungstermin am 108. Geburtstag von Erika Fuchs zu halten. "Sobald die Arbeiten für eine verlässliche Planung weit genug vorangeschritten sind, wird die Stadt einen neuen Eröffnungstermin bekannt geben."

Erika Fuchs hat mit ihren Wortschöpfungen, Lautmalereien und Sprachspielen nachhaltig die deutsche Sprache geprägt, heißt es in einer Würdigung des Museums. Daher werde das Werk von Fuchs den Mittelpunkt einer Ausstellung über Comicgeschichte, die Welt von Entenhausen, Sprachkunst und heutiges Comicschaffen darstellen.

Simon Schwartz zeichnet das Leben von Erika Fuchs als Comic

Nach einem Architekturwettbewerb wurde 2012 der Vorgängerbau in der Altstadt abgerissen. Im Frühjahr 2013 begannen die Bauarbeiten am "architektonisch interessanten Neubau", wie es in einer früheren Ankündigung heißt. Rechtzeitig vor dem vergangenen Wintereinbruch konnte Ende November das Richtfest gefeiert werden. Mittlerweile seien die komplexen Innenausbauten weitgehend fertig gestellt, so dass ab September mit der Installation der Ausstellung begonnen wurde.

Die Dauerausstellung soll nach Angaben des Museums "ein erlebnisorientierter Ort des Lernens" werden: "Durch seine starke Inszenierung mit unterschiedlichen Medien, Installationen, interaktiven Exponaten, Texten und Bildern spricht er verschiedenste Zielgruppen an. Touristen, regionales Publikum, Einzelbesucher, Familien, Schulklassen, Reisegruppen, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Erstleser, Donald-Kenner und Comic-Experten haben die Möglichkeit, die Ausstellung eigenständig zu entdecken und für sich zu erschließen. Zusätzlich werden museumspädagogische Programme angeboten."

So soll's aussehen: Der Architektenentwurf des Gebäudes.
So soll's aussehen: Der Architektenentwurf des Gebäudes.Foto: Promo

Die ständige Ausstellung umfasst nach Angaben des Museums 520 Quadratmeter und enthält fünf Abteilungen: eine Einführung in die Geschichte der Comics, den „Kosmos Entenhausen“ - ein begehbares Entenhausen mit Geldspeicher, Donalds Haus und umgebender Standlandschaft -, Leben und Werk von Erika Fuchs von Simon Schwartz als biografischer Comic inszeniert, Übersetzung von Comics sowie das Weiterleben von Entenhausen in der heutigen deutschen Comicszene.

Zudem sind eine Comicbibliothek und ein Raum für Museumspädagogik eingeplant. Ein Sonderausstellungsraum von 100 Quadratmetern biete die Möglichkeit, aktuelle Themen aufzugreifen und das Thema in einen breiteren Rahmen zu betten. (Tsp)

Die Website des Museums findet sich hier.

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