Horror-Graphic-Novel : Roadtrip zur letzten Ruhe

„Hellblazer“ meets „The Transporter“: In „Driver for the Dead“ geht ein Leichenwagenfahrer mit schwerem Geschütz und viel Power unter der Haube gegen Untote, Nekromanten und andere Horror-Schrecken vor.

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Fährmann der Toten: Eine Seite aus dem Buch.
Fährmann der Toten: Eine Seite aus dem Buch.Foto: Splitter

Seit seiner Zeit als Stammzeichner an den ebenso düsteren wie okkulten Abenteuern von „Hellblazer“ John Constantine bei Vertigo hat das Artwork von Leonardo Manco einen Großteil seiner lässigen Schmutzschicht verloren. Aber vielleicht ist dieser Exorzismus der etwas anderen Art ja eine notwendige Entwicklung, wenn man wie der Argentinier mit der Graphic-Novel-Adaption von Sieg Larssons Thriller-Bestsellern betraut werden möchte. Vor Kurzem visualisierte Manco allerdings noch „Driver for the Dead“ für den US-Verlag Radical Comics, das Comic-Debüt von Autor John Heffernan, das Splitter nun in einem kompakten Hardcover auf Deutsch gesammelt hat. 

Darin braust Alabaster Graves als Fahrer der Toten in seinem nicht nur ein bisschen tiefer gelegten Leichenwagen - einem Pontiac GTO mit zahlreichen Wummen und natürlich einem Schuss Weihwasser im Kühler - durch die Gegend und legt sich bis an die Zähne bewaffnet mit Vampiren, Werwölfen, Wiedergängern und einem richtig garstigen Nekromanten an, der sowohl die Überreste des mystischen schwarzen Wohltäters der Stadt wie auch dessen hübsche Tochter auf Graves Beifahrersitz bedroht...

Bloß nicht in den Rückspiegel schauen

Das Ganze ist eine spaßige Mischung aus „Hellblazer“, „Carmageddon“ und den rasanten „Transporter“-Filmen mit Action-Superstar Jason Statham. Der Styx dagegen ist in dieser etwas anderen Geschichte vom Fährmann der Toten allerdings der sumpfige Mississippi, der Hades demzufolge das schwarze New Orleans ein paar Jahre nach Katrina, überschattet von einem finsteren Übel aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, durchdrungen von machtvollem Hoodoo, fiebrigen Träumen und geplagten Seelen.

Düster: Das Covermotiv.
Düster: Das Covermotiv.Foto: Splitter

Allzu große Überraschungen und polierte Finessen für Feingeister gibt's storytechnisch also keine, dafür jedoch einen kurzweiligen, PS-starken, alles andere als bleifreien Action-Reißer, der so lange bestens auf kerzengerader Plot-Straße unterwegs ist und nach aufgemotztem Schema F röhrt, wie man nicht über den ganzen Roadtrip zur letzten Ruhe nachdenkt. Immer schön das Gaspedal durchtreten und nie in den Rückspiegel schauen lautet die Devise.

John Heffernan und Leonardo Manco: Driver for the Dead, Deutsch von Bernd Kronsbein, Splitter, 168 Seiten, 22,80 Euro, Leseprobe unter diesem Link.

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