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Horror-Mystery-Comic : Bayern brennt

07.10.2010 18:31 Uhrvon
Sehnsucht nach Anis-Plätzchen: Eine Seite aus dem Band.Bild vergrößern
Sehnsucht nach Anis-Plätzchen: Eine Seite aus dem Band. - Foto: Cross Cult

In ihrem achten Abenteuer verschlägt es die Agenten der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen (B.U.A.P) nach München. Dort erwartet sie eine Zerstörungsorgie sondergleichen.

München leuchtet. Allerdings nicht wie in Thomas Manns „Gladius Dei“ in der prallen Junisonne, sondern in der prasselnden Glut des Infernos. Gigantische Kampfroboter wüten in der Bayrischen Landeshauptstadt, während Kampfjets den Himmel zerschneiden, Wolkenkratzer stürzen und ganze Armeen von Monstern aus den U-Bahnschächten quellen.

Warum die Trilogie, die der „Die Warnung“ benannte achte Band der Serie eröffnet, den Titel „Verbrannte Erde“ trägt, wundert nach 145 Seiten Apokalypse nur noch wenig. Ebenso wie die Tatsache, dass den Agenten der Behörde zur Aufklärung und Abwehr paranormaler Erscheinungen angesichts der erdrückenden Übermacht und den Tatsachen, nicht nur ihre komplette Hubschrauberflotte, sondern auch noch die Kollegin Liz Sherman verloren zu haben, zunehmend das Heft aus der Hand gleitet.

Wo das alles Enden soll? Keiner weiß es. Am wenigsten Agent Kraus, der in einer der skurrilsten Szenen des Bandes in den rauchenden Trümmern seiner Heimatstadt steht und umgeben von Tod und Verzweiflung wehmütig einem mit einer vernichteten Konditorei ebenso unwiederbringlich verlorenen Anis-Plätzchen-Rezept hinterher trauert.

Man merkt es: Mit „Die Warnung“ ist soeben die verstörendste Episode der längst dem Status des Hellboy-Spin-Offs entwachsenen Reihe erschienen. Verstörend nicht nur ob der Zerstörungsorgie, die hier ausgebreitet wird, sondern auch, weil das Autorenduo Mike Mignola und John Arcudi zwar konsequent die Handlung vorantreibt, mit jeder beantworteten Fragen allerdings zwei neue aufwirft. Dazu lauern an jeder Ecke Anspielungen auf alte Figuren und frühere Motive der Geschichte, so dass auch einem im B.U.A.P-Universum heimischen Leser schnell der Kopf raucht.

145 Seiten Apokalypse. Cover des jetzt erschienenen achten Bandes der Reihe.Bild vergrößern
145 Seiten Apokalypse. Cover des jetzt erschienenen achten Bandes der Reihe. - Foto: Cross Cult

Wirklich Sinn ergeben wird das alles wohl erst rückblickend. Fürs erste steht man nur erschlagen vor diesem apokalyptischen Schlachtfeld und ringt beeindruckt nach Atem angesichts der mit verschrobenen Figuren vollgestopften vielsträngigen Erzählung und der Farbenpracht, die wieder aus jedem einzelnen der präzise komponierten Panels platzt.

Mike Mignola, John Arcudi, Guy Davis, „B.U.A.P.  8 - Die Warnung“, 153 Seiten, Cross Cult, 19,80 Euro.

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