Jackson Norby : Abenteurer im Quadrat

Wegen eines Rechtsstreits um das geschützte Pixi-Format endete das Science-Fiction-Büchlein „Jackson Norby“ im Reißwolf. Nun erlebt die Geschichte des vierjährigen Lenn und des Illustrators Simon Höfer doch noch ein Happy End.

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Kindertraum: Jackson Norby beim Aufräumen auf einer Doppelseite aus dem Buch.
Kindertraum: Jackson Norby beim Aufräumen auf einer Doppelseite aus dem Buch.Foto: Höfer/Unsichtbar-Verlag

So einen Freund hätten wohl viele Kinder gerne. Weltraum-Held Jackson Norby hat ein riesiges Raumschiff in Form eines Walfischs, in dem man feiern und verrückte Spiele spielen kann. Er hat ein U-Boot und ein Haus unterm Meer, vom dem aus es abenteuerliche Tauchtouren zu erleben gibt. Und er ist ein Meister der praktischen Erfindungen: Die eingebaute Zahnbürste im Mund zum Beispiel, dank derer man so viele Süßigkeiten essen kann, wie man will. Oder der afrikanische Aufräumstaubsauger, der in Kinderzimmern alles automatisch wieder an seinen Platz stellt.

Geschaffen hat den lebensfrohen Helden ein ungewöhnliches Team: Norby ist der beste imaginäre Freund des vierjährigen Lenn Köglowitz. Irgendwann hörte der Illustrator Simon Höfer von Lenns fantastischen Erzählungen, die im Bekanntenkreis die Runde machten. Der Künstler begann, Lenns Anekdoten zu sammeln und in farbenfrohe Zeichnungen umzusetzen, in denen Lenn und Jackson Norby zusammen die verrücktesten Sachen erleben. Daraus wurde ein charmant verspieltes 32-Seiten-Büchlein, das vor gut einem Jahr im schwäbischen Unsichtbar-Verlag erschien, dem Verlag von Lenns Vater, Andreas Köglowitz.

Kurz nach der Veröffentlichung tauchte jedoch ein Problem auf, gegen das keine Superkraft half. "Jackson Norby" war im handlichen Quadratformat von zehn mal zehn Zentimetern erschienen, so wie auch zehn weitere Bücher der Edition Kleinlaut des auf junge deutsche Gegenwartsliteratur spezialisierten Verlags. Das Format ist jedoch mit dem der populären Pixi-Bücher identisch, von denen der Hamburger Carlsen-Verlag in den vergangenen Jahrzehnten hunderte Millionen Exemplare verkauft hat und daher einen exklusiven Anspruch auf das Format erhebt. Per Unterlassungserklärung musste der Verleger im vergangenen Frühjahr die Edition Kleinlaut einstellen - "Jackson Norby" und die anderen Bücher der Edition landeten im Reißwolf. Mehr dazu unter diesem Link.

Nun gibt es doch noch ein Happy-End: Kürzlich ist eine Neuauflage des Büchleins erschienen - mit acht Seiten mehr Inhalt und im Format 12 mal 12 Zentimeter. Das reicht, um sich vom Pixi-Buch zu unterscheiden. Und so kann man jetzt für gerade mal vier Euro doch noch mit Jackson Norby und dem kleinen Lenn fremde Welten entdecken, auf surrealistischen Spielplätzen toben und auf dem Meeresboden Fischtennis spielen. Ein kurzweiliges Vergnügen vor allem für Kinder, aber auch für Leser im Eltern- und Großelternalter.

Lenn Köglowitz und Simon Höfer: Jackson Norby, Unsichtbar Verlag, 40 Seiten, 4 Euro.

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