Kino : Spirit des Comic

Die Lippen der Frauen sind so feuerrot wie der wehende Schlips des Helden. Kugeln und Kämpfer fliegen in Zeitlupe durch die Luft, bevor sie krachend ihr Ziel erreichen. Frank Miller, Autor von "Sin City", dreht einen Film.

Johansson
Hart und zart. Scarlett Johansson. -Foto: Promo

Eine Großstadtkulisse wie ein Scherenschnitt; Hauptfiguren, die Sätze sagen wie: „Die Stadt ist meine Geliebte, sie ist meine Mutter.“ „The Spirit“, der erste Spielfilm des US-Autors und Comic-Zeichners Frank Miller („Sin City“), wirkt wie ein in Schwarz-Rot auf Zelluloid gemaltes Comic-Abenteuer.

Am Mittwoch zeigte der Künstler in Berlin erste Szenen aus dem Film, der Anfang 2009 in die Kinos kommen soll. Und schwärmte vor allem von seinen Darstellerinnen Scarlett Johansson und Eva Mendes.

„Sie sind nicht nur wunderschön, sondern vor allem knallhart“, sagt Miller, der sich mit schwarzem Filzhut und Sneakers wie seine Hauptfigur gekleidet hatte. Dann erzählt er, wie Eva Mendes nach einer Kampfszene ihre Handschuhe auszog und blutige Hände hatte. „Sie hatte sich alle zehn Fingernägel gebrochen und sich geschnitten – und hat beim Dreh kein einziges Mal geklagt, weil sie die Produktion nicht aufhalten wollte.“

Beim „Spirit“-Film treffen zwei legendäre Künstler aufeinander. Die Geschichte basiert auf der Comicserie um einen maskierten, von den Toten auferstandenen Detektiv, die den Autor und Zeichner Will Eisner in den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts berühmt machte. Eisner, der vor drei Jahren starb, gilt als Pionier der modernen Comic-Literatur. Frank Miller (51) ist ebenfalls ein Erneuerer des Genres. Von Comic-Fans wird er wie ein Heiliger verehrt, wegen seiner Wiederbelebung von Figuren wie Batman und Daredevil, vor allem aber durch eigene Geschichten wie „Sin City“ und „300“, die erfolgreich von anderen Regisseuren verfilmt wurden.

Nun hat sich Miller selbst auf den Regiestuhl gesetzt und war vor allem von einem überrascht: „Es ist unglaublich, was für tolle Menschen Schauspieler sind – nicht doof und eitel, sondern hart arbeitend und bereit, sich voll auf ihre Charaktere einzulassen.“ Das Lob gilt auch den männlichen Hauptdarstellern Gabriel Macht („Spirit“) und Samuel L. Jackson, der den Bösewicht Octopus verkörpert. Besonders angetan war Miller aber von Scarlett Johansson: „Ich traf sie am Anfang drei Stunden zum Lunch und war wie geblendet davon, wie lustig sie war.“
(lvt)
Mehr im Internet unter www.sonypictures.de/landing/the-spirit/

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