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Krimi-Comic : Stadt der Verdammten

30.07.2011 04:32 Uhrvon
Elend, Armut, Blut: Eine Seite aus dem Band. Foto: PromoBild vergrößern
Elend, Armut, Blut: Eine Seite aus dem Band. - Foto: Promo

Tatort: Snowtown. Warren Ellis und Ben Templesmith erweisen sich mit „Fell“ als Meister der düsteren, vielschichtigen Comic-Kurzgeschichte. Jetzt gibt es einen Sammelband auf Deutsch.

Jeder Mensch hat Leichen im Keller. Nur dass sie sich in Snowtown, dem Sündenpfuhl auf der anderen Seite der Brücke, bei den meisten stapeln. Hierhin wird Detective Richard Fell strafversetzt, um die erschreckend schwache Mordkommission zu verstärken. Als scheinbar letzter Ritter  – mit fleckiger Rüstung – und ziemlich guter Cop stellt er sich gegen die Flut aus Elend, Armut, Blut, Grauen und Bizarrem. Er weiß, dass er sie nicht aufhalten kann. Aber er freut sich über jeden, den er aus dem reißenden Strom zieht. Snowtown mag die Stadt der Verdammten sein, eine Stadt ohne Gnade – der ehrgeizige Fell gibt trotzdem niemanden auf.

2006 nicht umsonst mit zwei Eisner Awards ausgezeichnet, ist „Fell“ ohne Zweifel mit das Beste, was Comic-Punk Warren Ellis („X-Men“, „Transmetropolitan“, „Planetary“) in den vergangenen Jahren geschrieben hat - ein gelungenes Experiment in Bezug auf bewusst kurz gehaltene, abgeschlossene Comic-Episoden, für die der Brite und sein australischer Kollaborateur, Innovationszeichner Ben Templesmith („30 Days of Night“, „Criminal Macabre“), sogar ein eigenes Seitensprachen-Vokabular entwickelt haben.

Die Krimi-Co-Produktion der beiden seit Jahren auf dem US-Markt etablierten Künstler ist extrem gute Comic-Kost – mit düsteren, stets überschaubaren und kompakten Cop-Geschichten und einem vielschichtigen Protagonisten, der in der Vergangenheit nicht immer gewonnen hat und das auch jetzt nicht tut.

Mörderisch guter Stoff

In den Staaten liegt die Serie leider schon eine ganze Weile auf Eis. Im Juli 2011 ließ der Image Verlag aber immerhin verlauten, dass man den Rest der Reihe veröffentlichen wird, sobald Ellis und Templesmith das letzte Heft eingereicht haben – was angesichts der vollen Terminkalender der beiden Herren wohl noch ein Weilchen dauern könnte. Zum Leidwesen der vielen Fans: „Fell“ ist eine dieser Serien, von denen man sich schon nach dem zweiten Heft wünscht, dass sie praktisch ewig so weiter laufen.

Anzahlung: Der auf Deutsch erschienene Sammelband vereint die ersten acht Kapitel von „Fell“. Foto: NonaArteBild vergrößern
Anzahlung: Der auf Deutsch erschienene Sammelband vereint die ersten acht Kapitel von „Fell“. - Foto: NonaArte

Immerhin: Die ersten acht Kapitel von „Fell“ gibt es nun auf Deutsch in einem Sammelband, den man am liebsten gleich noch einmal von vorn lesen möchte, wenn man ihn durch hat. Denn schon jetzt sind die Episoden aus Detective Fells neuem Leben in Snowtown mörderisch guter Stoff aus dem Schlund des urbanen Molochs. 

Warren Ellis & Ben Templesmith: Fell Bd. 1, Stadt der Verdammten, Klappenbroschur, 144 Seiten, NonaArte, 14,90 Euro, hier geht es zur Verlagswebsite.

Mehr von unserem Autor Christian Endres findet sich auf seinem Blog: www.christianendres.de. 

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