Nachruf : Größer als das Leben

Frank Fazetta war nicht nur einer der wichtigsten Fantasy-Illustratoren, er prägte auch die Comicgeschichte nachhaltig. Ein Nachruf

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Ikone. Der „Death Dealer“ ist eine der bekanntesten Figuren Frazettas und schmückte Plattencover und Comicserien.
Ikone. Der „Death Dealer“ ist eine der bekanntesten Figuren Frazettas und schmückte Plattencover und Comicserien.Illustration: Frank Frazetta

Alles was Frank Frazetta machte, war „larger than life“. Das fing bei den buchstäblich hunderten von Heften an, die der Mann aus Brooklyn in den 40er und 50er Jahren für Auftraggeber wie EC, Disney oder DC zeichnete, und endete nicht mit den berühmten Strips, die Frazetta teilweise jahrelang betreute: „Li’l Abner“ von Al Capp, „Johnny Comet“, oder der berühmteste „Playboy“-Comicstrip, „Little Annie Fanny“. Diese Arbeiten festigten seinen Status als amerikanische Legende.

Doch die Kreativität des am 9. Februar 1928 geborenen Künstlers explodierte förmlich, als er mit Beginn der 60er Jahre begann, die Titelbilder für die Taschenbuchausgaben der Conan-Taschenbücher in Öl zu malen. Robert E. Howards barbarischer Held war eine Figur nach Frazettas Geschmack, immer wieder ließ er muskelbepackte Schwertkämpfer verschwitzt aufeinander einschlagen.

Schluss mit Lustig. Ein Frazetta-Cover für die Comic-Reihe „Famous Funnies“.
Schluss mit Lustig. Ein Frazetta-Cover für die Comic-Reihe „Famous Funnies“.

Mit Conan und den Figuren von Edgar Rice Burroughs – Tarzan, John Carter vom Mars – wurde Frazettas Kunst auch immer kommerzieller. Er entwarf Filmplakate („What’s New, Pussycat?“) und Kalender. Clint Eastwood und George Lucas zählen zu seinen Fans, genau wie Metallica-Gitarrist Kirk Hammett, der für eines von Frazettas Gemälden angeblich eine Million Dollar bezahlte. Allerdings machten auch schon früh Gerüchte die Runde, die ständige Arbeit an seinen Ölgemälden, das Einatmen von Lösungsmitteln, hätten Frazettas Nervensystem geschädigt.

Von besonderer Bedeutung in Frazettas Werk steht die Figur des düsteren „Death Dealer“, die auch für ein Plattencover von Molly Hatchett herhalten musste. Später diente der „Death Dealer“ als Vorlage für Comics von Glenn Danzig, Simon Bisley und Arthur Suydam (bei denen Frazetta nur die Cover beisteuerte) und eine Miniserie aus dem Verlag Image, bei der sogar der Plot von Frazetta stammte.

Frank Frazetta starb am 10. Mai an einem Hirnschlag, Er war einer der wenigen Comic-Künstler, die bereits zu Lebzeiten ein eigenes Museum zugeeignet bekamen.                                                                   

Mehr unter frankfrazetta.org.

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