Neue Comics : "An vorderster Front“ - van Gogh im Krieg

Sein autobiographisches Epos "Der alltägliche Kampf" machte Manu Larcenet zum neuen Star der französischen Comic-Szene. Jetzt hat er sich eine unbekannte Episode aus dem Leben eines großen Künstlerkollegen vorgenommen

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Nahkampf mit Pinsel. Larcenets van Gogh im Fronteinsatz.Illustration: Larcenet/Promo

Der Krieg ist ein dreckiges, tödliches Geschäft. Das weiß auch der Maler Vincent van Gogh. Dennoch bleibt ihm keine Wahl. Die Armeeführung schickt ihn an die Front, um die Grabenkämpfe des Ersten Weltkrieges zu dokumentieren. Die Heeresführer wollen durch van Goghs Gemälde, entstanden „An vorderster Front“, endlich herausfinden, warum die Moral der kämpfenden Männer so am Boden liegt.

Der französische Zeichner Manu Larcenet („Der alltägliche Kampf“) erzählt diese „unbekannten Episode aus dem Leben des berühmten niederländischen Impressionisten“ mit dem nötigen Ernst, ohne dabei die tragische Komik zu vergessen. Sein langnasiger van Gogh sieht ein bisschen aus wie Larcenets aus anderen Alben bekanntes Comic-Alter-Ego, und er ist ein knurrig, gutmütiger Typ.

In den Schützengräben kämpft er nicht nur um den richtigen künstlerischen Stil und das eigene Überleben, sondern auch um die Einsicht des mitgereisten Generals - der so gar nichts vom Krieg versteht und den Patriotismus weit über die Menschenwürde stellt. Eine ungewöhnlicher, aber gelungener Beitrag zu Geschichtsaufarbeitung. (Reprodukt, Berlin, 48 S., Euro 12,00, ISBN 978-3-938511-94-7) (dpa)

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