Serie: Mein Asterix (8) : “Asterix starb mit Goscinny”

Letzter Teil unserer Serie mit Beiträgen von Comicautoren zum 50. Jubiläum der schlagfertigen Gallier. Heute erklärt der Franzose Émile Bravo, wieso er keine weiteren Asterix-Geschichten mehr lesen will

Émile Bravo
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Schluss, aus, vorbei. Émile Bravo wünscht sich, dass die Serie endet - für immer.©2009 Les Éditions Albert René/Goscinny-Uderzo

Goscinny ist DER Autor für mich. Er war von entscheidender Bedeutung für meine Entwicklung als Comiczeichner und hat mein Verständnis von grafischem Erzählen geprägt. Und er hat mir gezeigt, wie fantastisch es ist, wenn ein guter Handwerker sein Talent in den Dienst der Geschichte stellt.

Nun ist dieser Autor seit 32 Jahren tot, aber die Leute denken, dass die Serie immer weiter laufen muss. Das stimmt nicht! Asterix starb mit Goscinny! Uderzo ist ein guter Handwerker, aber kein Geschichtenerzähler. Er hatte niemals etwas von Bedeutung zu sagen. Und mein Standpunkt ist nun einmal: Comics sind Geschichten, so einfach ist das.

Wie talentiert Uderzo handwerklich auch sein mag, er hat einfach kein Recht, das Werk eines Autoren so zu massakrieren. Deswegen meine Bitte: Stoppt Asterix! Das ist mein Wunsch zu diesem Jubiläum.

Unser Gastautor Èmile Bravo ist einer der wichtigsten zeitgenössischen französischen Comiczeichner und –autoren, die sich dem Stil der frankobelgischen Klassiker verpflichtet fühlen. Auf Deutsch erschienen bei ihm zuletzt die Comic-Erzählungen "Meine Mutter" und "Porträt des Helden als junge Tor" . Ein ausführliches Interview mit Bravo steht unter diesem Link.

Im Ehapa-Verlag erschien am 22. Oktober anlässlich des 50. Jubiläums das neue Asterix-Album Band 34. Mehr unter www.asterix.de, www.ehapa.de oder www.ehapa-comic-collection.de.


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