Superhelden-Comics : 23. Juli ist "Batman-Tag"

Gut 75 Jahre ist es her, dass Batman zum ersten Mal durch die Nacht von Gotham City flatterte und das Böse bekämpfte. Nun erklärt der DC-Verlag diesen Mittwoch zum "Batman-Tag".

Sara Puig,Lars von Törne
Freunde fürs Leben: Batman und Robin auf einem Heftcover von 1941.
Freunde fürs Leben: Batman und Robin auf einem Heftcover von 1941.Foto: DC

Die Mission des Superhelden ist bis heute nicht beendet, die Comicserie blieb über die Jahrzehnte populär. Zum Geburtstag erklärte das Verlagshaus DC Comics, das die Abenteuer herausgibt, den 23. Juli zum "Batman-Tag". Dieser Mittwoch soll in tausenden Comicläden überall in den USA ganz im Zeichen des Mannes mit dem schwarzen Fledermauskostüm stehen, es gibt diverse Werbeaktionen - auch wenn das erste Heft mit Batmans Abenteuern bereits im April 1939 erschien. Wieso das Jubiläum gerade an diesem Tag offiziell gefeiert wird, verrät DC nicht. Deutsche Comic-Fachhändler mutmaßen, dass ein Mittwoch als in den USA üblicher Erstverkaufstag für Comic-Hefte gewählt wurde, der zudem direkt vor Beginn der weltweit größten Comic-Fachmesse liegt, der San Diego Comic-Con.

Bei deutschen Fachgeschäften gibt es zum Jahrestag höchstens vereinzelte Aktionen. So hat der Laden "Grober Unfug" in Berlin-Mitte derzeit ein Batman-Schaufenster und einen Sondertisch mit den nach Mitarbeitermeinung empfehlenswertesten Batman-Sammelbänden. Abonnenten erhalten zudem das Gratis-Heft "Detective #27" von Chipp Kidd, eine Referenz an das Heft mit Batmans erstem Auftritt. Kunden die am Samstag in dem Geschäft Batman-Bücher kaufen, bekommen es ebenfalls, solange der Vorrat reicht. Weitere Promo-Aktionen gibt es in Berlin nicht, da viele Werbe-Artikel wie Batman-Masken und Capes nur in den USA ausgeliefert wurden.

Der nächste Batman-Film ist für 2016 geplant

Geschaffen wurde die Figur von dem Autor Bill Finger und dem Zeichner Bob Kane, auf dem Cover steht die Datumsangabe Mai 1939, auch wenn das Heft bereits vorher an die Läden ging. DC Comics hatte den beiden den Auftrag erteilt, nach dem Erfolg der Superman-Serie eine neue Figur zu entwickeln.

Während Superman den typischen Helden mit übernatürlichen Kräften repräsentierte, entschieden sich Finger und Kane bei Batman für eine komplexere Persönlichkeit. Hinter dem Fledermausmann steht der Milliardär Bruce Wayne, der sich nach Einbruch der Dunkelheit seine Maske und seinen schwarzen Umhang anlegt, um im Moloch Gotham City für Gerechtigkeit zu sorgen.

Batmans Beste
Jeder Superheld hat eine Geschichte, die erklärt, wie er wurde, was er ist. Die von Batman wurde mehr als einmal erzählt, allerdings nie so packend und bewegend wie von Frank Miller, der mit „Year One“ den Neustart der Serie anno 1987 einläutete. Bruce Wayne kehrt nach Jahren zurück nach Gotham, parallel wird ein gewisser Lieutenant Gordon in die Stadt versetzt. Es gibt noch keinen Joker, keinen Mr. Freeze, keinen Riddler, nur den schmutzigen Alltag einer durch und durch korrupten Gesellschaft. Sowohl als Charakterstudie wie als Actioncomic überzeugt „Year One“ bis heute. Miller und Zeichner David Mazzucchelli schufen hier nicht nur einen der besten Batman-Comics, der bis heute das Bild der Figur als düsteren, komplexbehafteten Rächer prägt, sondern auch einen der besten Mainstream-Comics überhaupt.   Moritz HonertWeitere Bilder anzeigen
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26.07.2012 09:43Jeder Superheld hat eine Geschichte, die erklärt, wie er wurde, was er ist. Die von Batman wurde mehr als einmal erzählt,...

Der Schauspieler Danny DeVito, der im Film "Batmans Rückkehr" aus dem Jahr 1992 in die Rolle des Gegenspielers schlüpfte, erklärt sich den Erfolg der Comicreihe mit dem fehlenden Vertrauen der Menschen in die Verantwortlichen von Politik und Wirtschaft. "Die Welt hat keine Helden", sagte DeVito der Nachrichtenagentur AFP. "Batman gibt da etwas Hoffnung." Bruce Wayne alias Batman verdankt seine Langlebigkeit nicht zuletzt seiner Fähigkeit zum Sprung in andere Medienformate. In den 1960er Jahren sorgte etwa die "Batman"-Fernsehserie mit Adam West und Burt Ward dafür, dass das Interesse an den Comicbüchern wieder zunahm. Zudem erzählen mehrere Zeichentrickserien die Abenteuer von Batman, den Comicleser in Deutschland erst nach dem Zweiten Weltkrieg kennenlernten.

Insgesamt acht Kinofilme hielten die Batman-Begeisterung ebenfalls lebendig, zuletzt die "Dark Knight"-Trilogie von Regisseur Christopher Nolan mit dem britischen Schauspieler Christian Bale in der Hauptrolle. Weltweit spielten die zwischen 1989 und 2012 herausgebrachten Leinwand-Versionen insgesamt 3,7 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) ein. Die Arbeiten am nächsten Film "Batman gegen Superman" haben bereits begonnen, 2016 soll er ins Kino kommen. Die Fledermausohren streift sich diesmal Hollywood-Star Ben Affleck über.

Mittlerweile hat Batman auch in das digitale Zeitalter Einzug gehalten. Bei der Videospielmesse E3 in Los Angeles stellte der Hersteller Rocksteady Studios "Batman: Arkham Knight" vor. Die inzwischen vierte Folge einer Videospielreihe rund um den Superhelden soll im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Außerdem hat Batman seine eigene Facebook-Seite, die mehr als zwölf Millionen Menschen gefällt.

Zum "Batman-Tag" in der kommenden Woche will der Verlag DC Comics die Händler mit Fanartikeln wie Masken und einer kostenlosen Neuauflage des allerersten Batman-Comics von 1939 ausstatten. "Die Leidenschaft der Fans ist sehr groß. Das ist ein Lebensstil", sagte Comiczeichner Jim Lee. Einige Leute hätten sich sogar Batman-Bilder auf den ganzen Körper tätowieren lassen. "Es ist erstaunlich zu sehen, wie Batman zum festen Bestandteil der Popkultur geworden ist." (AFP)

75 Jahre Batman - Hollywood feiert den Dunklen Ritter
...war auch Danny DeVito, der in dem Film "Batman Returns" den Pinguin spielte.Weitere Bilder anzeigen
1 von 13Foto: AFP
29.06.2014 14:27...war auch Danny DeVito, der in dem Film "Batman Returns" den Pinguin spielte.

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