Westerncomics : Lehrjahre eines Helden

Der neue Lucky-Luke-Band „Westwärts“ vereint drei Geschichten aus der Frühzeit des einsamen Cowboys.

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Rauer Stil. Szene aus "Westwärts".Illustration: Morris/Egmont Ehapa

Es ist , als schaute man als Leser dem Künstler über die Schulter und beobachtete ihn dabei, wie er Strich für Strich seinen eigenen Stil findet, erst langsam tastend und dann zunehmend sicherer. Der kürzlich erschienene Lucky-Luke-Band „Westwärts“ versammelt drei Geschichten aus den frühen Jahren der Serie. Mit diesen Episoden begann Morris, damals noch Zeichner und Autor in Personalunion, sich langsam die Welt des Cowboy-Gentlemans zu erschließen, die er später, vor allem ab 1955 mit René Goscinny als Texter, bis zur Perfektion ausgestalten sollte.

Es hat, trotz aller handwerklichen Schlichtheit, durchaus seinen Charme, wie Morris in diesen Episoden – vor allem in dem ironisch verspielten Westerndrama „Der große Kampf“ – manche Figuren karikierend überzeichnet, andere hingegen noch etwas unkonturiert aussehen lässt. Auch der Titelheld hat hier noch nicht sein späteres markantes Aussehen:

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Statt des kantigen Kinns trägt Lucky Luke einen Eierkopf auf dem Hals, alles an ihm wirkt noch etwas skizzenhaft – wenngleich schon souveräner als das, was manch anderer Zeichner in der Blüte seines Schaffens erreicht.

Unterhaltsam sind sie auch, die drei Kurzgeschichten, die der 2001 gestorbene Maurice de Bévère alias Morris ab 1946 schuf, damals gerade 23 Jahre alt. Es geht um Viehdiebe und Betrüger, Revolverhelden und die Erkenntnis, dass auch im noch so Wilden Westen am Schluss das Gute siegt – zumindest bei Morris. In Deutschland erschienen die Episoden bereits in den 60er Jahren als Serie in Comiczeitschriften, nun reiht der Egmont-Ehapa-Verlag sie in die reguläre Albenserie ein. (lvt)

Morris: Westwärts, 47 Seiten, Softcover 5,50 Euro, Hardcover 10 Euro, Egmont Ehapa - hier geht es zur Lucky-Luke-Website.

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