Kultur : Cork knallt: Europas nächste Kulturhauptstadt

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Mit dem größten Spektakel, das je in dieser kleinen Stadt organisiert wurde, präsentiert sich Cork am 8. Januar als europäische Kulturhauptstadt 2005: Dann wird in den Straßen ein „europäischer Karneval“ gefeiert. Als Höhepunkt des Tages ist ein gigantisches Feuerwerk über dem Fluss Lee geplant. Mit pyrotechnischen Mitteln soll die irische Sage erzählt werden, wonach der gewundene Flusslauf vom Schwanz eines gigantischen Drachens herrührt, der sich hier vor Urzeiten ins Meer schlängelte.

Mit ihren 123000 Einwohnern ist Cork nicht die kleinste Stadt, die den seit 1985 vergebenen Titel der „Kulturhauptstadt“ zugesprochen bekam – schließlich schafft Weimar (Titelträgerin 1999) noch nicht einmal die Grenze zur Sechsstelligkeit. Während die deutsche KlassikerHochburg allerdings im Herzen Europas liegt, muss 2005 eine Kulturhauptstadt in echter Randlage um Aufmerksamkeit kämpfen. Ihre Abseitigkeit empfinden die irischen Organisatoren jedoch nicht als Hindernis: „Europa muss sich von den Rändern nach innen erneuern, nicht vom Zentrum nach außen“, formuliert Shane Malone das Credo für Cork 2005. Mit dem bescheidenen Budget von 13,5 Millionen Euro will die Stadt in den kommenden zwölf Monaten 4000 Veranstaltungen auf die Beine stellen. Der Schwerpunkt liegt auf der lokalen Szene, es werden auch big names auftauchen wie beispielsweise Stararchitekt Daniel Libeskind, der einen Ausstellungspavillon beisteuert. Infos im Internet unter: www.cork2005.ie

Als europäische Kulturhauptstädte der kommenden Jahre stehen bereits fest: Patras in Griechenland 2006, Luxemburg 2007, das nordenglische Liverpool 2008 sowie das österreichische Linz 2009. Ab 2010 werden sich dann jeweils ein neues EU-Mitglied und ein Stammland den Titel teilen: Für die interessierten Städte aus Deutschland und Ungarn laufen die Bewerbungsverfahren. F.H.

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