Country-Sänger Guy Clark gestorben : Aufbrechen und Abhauen

Der Singer/Songwriter Guy Clark arbeitete an einem Countrystil, bei dem die Geschichten wichtiger sind als die Perfektion. Jetzt ist er mit 74 Jahren gestorben.

Christian Schröder
Guy Clark
Guy ClarkFoto: dpa

Sein Meisterwerk heißt „Old No. 1“, erschienen 1975. Auf dem Cover des Debütalbums blickt Guy Clark dem Betrachter unter einem Cowboyhut entgegen, an der Wand hängt auf einem Gemälde noch einmal das Jeanshemd, das er trägt. Ein surrealer Effekt. Der Titel ist Programm: durchstarten, aber mit einer alten Musik. Mit weicher Stimme singt Clark, begleitet von akustischen Gitarren und melancholischen Streichern über „Rita Ballou“, „Texas 1947“ und „Desperados Waiting for the Train“.

Country und Blues, Geschichten von Verbrechern, der Sehnsucht und der Liebe. Der schönste Song trägt den Titel „She Ain't Goin’ Nowhere“ und erzählt vom Aufbruch mit herausgestreckten Daumen am Straßenrand: „She ain’t goin’ nowhere, she’s just leavin’“. Trampen, das große Thema der siebziger Jahre, in der Tradition der Tramps aus der Great Depression der dreißiger Jahre.

Guy Clark stammte aus der texanischen Kleinstadt Monahans und brach irgendwann nach Nashville auf. Mit anderen Rebellen wie Willie Nelson, Steve Earle und Townes Van Zandt arbeitete er an einem alternativen Country-Stil, dem es mehr auf gute Geschichten als auf perfekte Produktionen ankam. Bob Dylan pries ihn als einen seiner Lieblingssongwriter. Er veröffentlichte 14 Platten, zuletzt kam 2013 das Abschiedsalbum "My Favorite Picture of You" heraus. Johnny Cash, John Denver und The Highwaymen nahmen Lieder von ihm auf. Jetzt ist Guy Clark im Alter von 74 Jahren in seinem Haus in Austin an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben.

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