Kultur : „Da werden Sie alle staunen!“

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Wie werden wir sein fränkisches Schlaumeiertum einst vermissen! Er dürfe vermelden, so ein strahlender Wolfgang Wagner auf der Pressekonferenz der Bayreuther Festspiele, dass er „noch nicht ganz verkalkt“ sei. Fünf handfeste Opern habe er für 2005 anzukündigen, darunter den „Tristan“ mit Christoph Marthaler und Kenzaburo Oe . Nein, über den „Ring“Regisseur 2006 sage er jetzt nix, aber „da werden Sie alle staunen!“ Folgt ein Dialog. Wagner: „ Herr Schlingensief, sagen Sie doch mal, ob ich künstlerischen Einfluss auf Sie genommen habe.“ Schlingensief murmelt was. Wagner: „Sie hatten doch alle Freiheiten!“ Schlingensief murmelt was. Wagner: „Wie?“ Schlingensief schweigt. Wagner: „Jetzt hätten Sie bloß ja sagen müssen!“ Wenig später singt Schlingensief dann doch noch das hohe Lob der Bayreuther Technik („Ich weiß nicht, ob der Irak-Krieg auch so gut organisiert war“) und kündigt für den „Parsifal“ im nächsten Jahr neue Tiere an. Unter künstlerischer Freiheit verstehe er auch ein „freies Maul“, schiebt der „Alte“ im Blick auf Endrik Wottrichs Unmutsäußerungen im Vorfeld der Premiere nach. Schlingensief führt nächste Woche übrigens neue Intendanten-Gespräche – in Sachen Oper. Le.

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