Kultur : Dahintändelnd

SANDRA LUZINA

Alex B und Constanza Macras im Theater am Halleschen UferVON SANDRA LUZINADie TanzZeit im Theater am Halleschen Ufer bot bislang keinen Anlaß zum Jubeln.Auch der Doppelabend mit Choreographien von Alex B und Constanza Macras geriet zur Enttäuschung.Alex B steuerte wohl wegen ausgebliebener Förderung nur ein kleines Duo bei.Der Titel "Rot" ist eine Irreführung, das Stück ist alles andere als feurig, flammend, glutvoll. Die blondgelockte Celia Brown steht zunächst zögernd am Bühnenrand und rauscht dann erstmal davon.Die kurzgeschorene Peggy Zieher sekundiert in Unentschiedenheit.Das ganze Stück umkreist und illustriert nun diesen Zustand der Verwirrung und Ratlosigkeit.Ein Song von Nick Cave wird ein- und ausgeblendet, von Bachmusik übertönt - eine tänzerische Spannung resultiert daraus aber nicht.Die Tänzerinnen nehmen immer neuen Anlauf, ein kurzer Ausbruch von Energie reißt sie mit sich, doch schon bald erschlafft die Geste, erstirbt der Impuls, bricht der Tanz ab. Dahintändelnd gibt sich auch die Produktion "Wild Switzerland", die Constanza Macras und ihre Truppe mit dem putzigen Namen Lonely Tamagotchi präsentieren.Die Frauen in geblümten Kleidchen drängen sich zusammen, formen einen Kollektivkörper, der von einem unmerklichen Beben und Zittern durchlaufen wird.Den baldigen Kontrollverlust verheißt diese Szene - doch alles halb so wild.Der Tanz kokettiert mit der modischen Heftigkeit, doch die Tänzer geraten nicht außer Rand und Band, zu sehen ist ein bißchen Gogo-Gewackel, Purzeln, Kugeln.Hier wird zusammengestückelt, was auf der Tanzbühne derzeit gang und gäbe ist, doch nichts ereignet sich. Die Choreographin mit der Stoppuhr sagt "Go" und "Stop" und blickt minutenlang gelangweilt ins Publikum.Es wird polyglott durcheinandergeredet, eine kleine Deutschlektion abgehalten.Zu Meeresrauschen spielen zwei Mädchen Frisbee, ein Paar mit Sektgläsern rutscht auf Stühlen herum.Das Abenteuer im Alltag gilt es zu entdecken.Doch kein anarchisches Treiben wird hier entfesselt, das Gewöhnliche ad absurdum zu führen gelingt nicht.Die Szenen wurden wahllos aneinandergepuzzelt und wirken beliebig. Weitere Vorstellung am 19.April um 21 Uhr im Theater am Halleschen Ufer

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