"Daisys König" : Musical über Moshammers Leben

Das Leben des ermordeten Modeschöpfers Rudolph Moshammer soll zwei Jahre nach seinem Tod als kleine Musical-Produktion in München auf die Bühne kommen. Schoßhündchen Daisy spielt eine zentrale Rolle.

München - Die Wiener Thomas Thalhammer und Meinhard Rüdenauer wollen ihr Werk "Daisys König" am 15. Februar im Oberanger Theater uraufführen. Hauptthema wird nach Thalhammers Worten das Spannungsfeld von Moshammer als Privatmensch und als Medienfigur sein. Eine zentrale Rolle soll Schoßhündchen Daisy spielen. Die Yorkshire-Terrier-Hündin - gesungen von einer Frau - zieht dabei die Fäden und steuert Moshammers Leben wie eine Art Über-Ich.

Das Stück soll zunächst sechs Mal im Oberanger Theater zu sehen sein, das rund 250 Zuschauer fasst und vor allem an auswärtige Produktionen vermietet. Später seien auch Gastspiele denkbar. Der homosexuelle 64-jährige Moshammer war in der Nacht zum 14. Januar 2005 in seinem Haus in Grünwald von einem Iraker nach Sexspielen erdrosselt worden. Im Oktober 2006 starb auch sein Schoßhündchen Daisy - an einer Verengung der Luftröhre.

Vom Walzer bis zu experimentellen Songs

"Es wird keine Chronologie oder Biografie sein", sagte Autor und Regisseur Thalhammer, der unter anderem an der Vienna Musical School und der Oper Klosterneuburg tätig war und Bühnenwerke wie "Die Nachtgleiche" und "Late Night in Bangkok" verfasste. Vielmehr werde das Stück Schlaglichter auf Moshammers Leben werfen. Dabei wird es um seinen exzessiven Lebensstil ebenso gehen wie um sein Engagement für die Obdachlosen und seine Homosexualität. Die von Rüdenauer komponierte Musik werde oberflächliche und anspruchsvolle Elemente haben - wie Moshammers Leben. Die Palette werde von klassischem Walzer bis zu experimentellen Songs reichen.

Drei Darsteller sollen sämtliche Rollen spielen. Die Hauptrolle hat Alexander Kerbst, der in Füssen beim "Ludwig"-Musical zu sehen ist. "Es kommen nicht nur Moshammers Mutter Else, sein Chauffeur, und sein Mörder vor, sondern auch König Ludwig II, mit dem er in Verbindung gebracht worden ist", erläutert Thalhammer.

(tso/dpa)

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