Kultur : Daniel Barenboim bringt Klassik nach Ramallah

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„Wir gehen dahin, wo die Zivilgesellschaft jetzt ein Signal menschlicher Solidarität braucht.“ Wenn Daniel Barenboim über sein WestEastern-Divan-Orchestra spricht, gerät er ins Schwärmen – und ins Politisieren. Seit sechs Jahren veranstaltet der Maestro jedes Jahr im Sommer einen Workshop, bei dem arabische und israelische Musiker Seite an Seite Meisterwerke der Klassik erarbeiten. Gestartet wurde das Völkerverständigungsprojekt 1999 in Weimar, seit 2002 findet die Probenphase in Sevilla statt. Nachdem vor zwei Jahren ein erster Auftritt in einem arabischen Land – in Marokko – geglückt war, wagt sich Barenboim mit seinen jungen Musikern jetzt nach Ramallah: Ausgestattet mit diplomatischen Pässen der spanischen Regierung will er am 21. August auf palästinensischem Gebiet unter anderem Beethovens fünfte Sinfonie spielen. Der Fernsehsender „arte“ überträgt das Konzert live, Moderator ist Peter Scholl-Latour. Tags zuvor gibt es, ebenfalls auf „arte“, eine Dokumentation der bisherigen Arbeit Barenboims mit dem Orchester. In Deutschland gastiert das West-Eastern-Divan-Orchester auf seiner diesjährigen Sommertournee nur beim Rheingau-Musikfestival, am 18. 8. in Wiesbaden. F.H.

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