Kultur : Daniel milanese Barenboim wird Musikchef an der Mailänder Scala

Bernhard Doppler

Wenn am 7. Dezember, dem Tag des Mailänder Stadtheiligen St. Ambrosius, die Spielzeit der Scala mit Wagners „Tristan und Isolde“ in der Inszenierung von Patrice Chéreau eröffnet wird, beginnt die erste offizielle Spielzeit des Intendanten Stéphane Lissner am berühmtesten italienischen Opernhaus. Nach dem Abgang des langjährigen Chefs Riccardo Muti 2005 war Kulturmanager Lissner als kommissarischer Retter des Hauses geholt worden. Ab der Stagione 2007/08 steht ihm mit Daniel Barenboim nun auch ein musikalischer Leiter zur Seite. Die zentrale Stellung, die Muti an der Scala inne hatte, will Barenboim nicht, denn er fühlt sich weiterhin vor allem der Berliner Staatsoper verpflichtet. Also trägt er in Mailand künftig den Ehren-Titel „Maestro Scaligero“, bleibt von administrativen Tätigkeiten verschont und hofft, so ein unbelastetes Vertrauensverhältnis zum Orchester aufbauen zu können.

Insgesamt zehn Produktionen plant Lissner 2007/08: Pier Lugi Pizzi wird Donizettis Maria Stuarda mit den Primadonne Anna Caterina Antonacci und Mariella Devia sowie Léhars „Lustige Witwe“ inszenieren, Luca Ronconi Puccinis „Trittico“ (Dirigent: Riccardo Chailly), während Peter Stein und Daniel Harding in die Gefängnisse von Dallapiccola und Bartok („Il prigoniero“ und „Herzog Blaubart“) steigen. Als neue Oper wird Lorin Maazels „1984“ präsentiert, die Maazel – wie in London vor drei Jahren – in der Regie von Robert Lepage selbst dirigiert. Koproduktionen bringen selten gespielte Klassiker ins Haus: Placido Domingo wird man in New York und Mailand in Franco Alfanos „Cyrano de Bergerac“ erleben, „Andrea Chenier“ mit Marco Alvarez wird auch in Paris gezeigt. Aus Berlin kommt Prokofiews „Spieler“, dirigiert von Barenboim; im Gegenzug ist die Mailänder Produktion des „Don Giovanni“ von Peter Mussbach ab Dezember Unter den Linden zu sehen. Scala- Tickets kosten zwischen 12 und 170 Euro. Zur festlichen Saisoneröffnung muss man bis zu 2000 Euro zahlen. Bernhard Doppler

Infos: www.teatroallascala.org

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