"Das Boot"-Autor : Lothar-Günther Buchheim gestorben

Der Kunstsammler und Schriftsteller Lothar-Günther Buchheim ist tot. Der Autor des verfilmten autobiografischen Bestsellers "Das Boot", über den U-Bootkrieg im Atlantik, starb im Alter von 89 Jahren an Herzversagen.

München/Feldafing - Seinen Lebenstraum erfüllte sich Buchheim mit dem am 23. Mai 2001 eröffneten "Museum der Phantasie" in Bernried am Starnberger See. Dort hat Buchheims umfassende Expressionisten- Sammlung ihre Heimat gefunden. Buchheim hat zahlreiche Bücher über den Expressionismus und Künstler geschrieben. Nach dem "Boot" schrieb Buchheim noch den Kriegsroman "Die Festung" (1995). Im Jahr 2000 vollendete er die Trilogie mit dem Werk "Der Abschied".

Buchheim habe sich sein ganzes Leben mit seiner ungeheuren Kreativität und Vielseitigkeit leidenschaftlich für die Kunst eingesetzt, würdigte Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) den Künstler. Den Grundstein für seine heute äußerst wertvolle und international hoch geachtete Sammlung des deutschen Expressionismus und französischer Kunst des 20. Jahrhunderts hatte der kampferprobte und wortgewaltige "Poltergeist von Feldafing", wie er in den Medien genannt wurde, schon sehr früh gelegt. Mit sicherem Griff kaufte er diese in der NS-Zeit als "entartet" gebrandmarkten Bilder, als sie noch für wenig Geld zu haben waren.

"Das Boot" ein weltweiter Kassenschlager

Furore machte Buchheim jedoch nicht nur als Kunstsammler und Fotograf. Sein 1973 erschienener dokumentarischer Roman "Das Boot", eine ebenso packende wie minutiöse Niederschrift seiner Erfahrungen als U-Boot-Berichterstatter im Zweiten Weltkrieg, wurde auf Anhieb ein international beachteter Bestseller und auch in der aufwändigen Verfilmung von Wolfgang Petersen weltweit zu einem Kassenschlager. Buchheim selbst distanzierte sich allerdings von dem für sechs Oscars nominierten Kinofilm. Buchheim brachte selber als Ergänzung zur mehrteiligen Fernsehfassung des Films die TV-Dokumentation "Zu Tode gesiegt" heraus. Die ARD strahlt am Samstagabend um 22.55 Uhr die längere Kinoversion von "Das Boot" in der Director's Cut-Fassung von Petersen aus.

Für Buchheim war das Sammeln von Kunst nie Selbstzweck. "Eigentlich ist deswegen auch der Begriff Sammler falsch. Ich wollte einfach Bilder um mich haben, aber keine Kunstschätze horten", sagte er einmal. Für ihn gehörten Kunstsammlungen in den Besitz der Öffentlichkeit, und dies wollte er mit seiner Stiftung und dem Museum erreichen. Hinter dem leidenschaftlichen Sammler, Autor und Verleger musste der Maler Buchheim etwas zurückstehen. Doch auch hier zeigte der vielseitig Begabte sein offensichtlich von der Mutter, einer Malerin, ererbtes Talent. Daneben schrieb Buchheim mehrere Kunstbücher zum Expressionismus. Buchheim, der in Feldafing am Starnberger See lebte, soll nach Angaben der Staatskanzlei im engsten Kreise beerdigt werden. (tso/dpa)

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