Kultur : Das Dream-Team

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Kathrin Küttner-Lipinski, Gabriela Osterburg und Heike Osterburg sind ein eingespieltes Dreiergespann – das Schlangestehen verwandeln sie zum spaßigen Sektfrühstück.

Wir drei sind ein ausgebufftes Dreamteam. Gerade haben wir für 226 Euro

Karten gekauft! Wir wollen uns alle möglichen Filme angucken, deutsche wie ausländische. Eben haben wir sogar noch Karten für „Elementarteilchen“ bekommen, dabei war der Film im Nullkommanichts ausverkauft.

Bei der Berlinale geht es um Zeit: Das kennen wir schon vom letzten Jahr. Das Karten-Kontingent ist bei manchen Filmen sehr begrenzt. Deshalb steht eine von uns auch schon seit früh morgens an, gestern auch schon, morgen wieder. Wir machen das immer abwechselnd im

Rotationsverfahren: Jeden Tag muss eine andere in den sauren Apfel beißen und schon um Sieben

kommen. Die anderen

trudeln dann nach und nach ein. Damit sich hinter uns niemand beschwert, sagt die Erste Bescheid, dass noch zwei kommen, und legt gut sichtbar drei Sitzkissen und Decken bereit. Sonst wird man hier gelyncht, die Leute sind ganz schön streng, wenn sie so lange anstehen. Vordrängeln ist nicht drin, da gibts massive Proteste.

Oft kennt man sich schon, es sind im Prinzip immer die gleichen Gesichter: Man begrüßt sich wie unter alten Bekannten. Die wahren Berlinale-Fans kennen sich aus der Schlange. Es gibt auch viele nette Situationen: Gestern haben wir einer Frau, die hinter uns stand und nur in einen Film wollte, einfach eine Karte mitgekauft.

Langweilig wird uns nie, das Schlangestehen versüßen wir uns immer mit einem leckeren Sektfrühstück. Jede bringt was mit, und wir haben ziemlich viel Spaß zusammen. Wenn wir jetzt arbeiten gehen,

starten wir alle mit guter Laune in den Tag.

Aufgezeichnet von Anne-Dore Krohn

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