Kultur : Das HKW und der Traum vom Fliegen

Das Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) widmet eine der Hauptpräsentationen des Jahres 2011 zwischen März und Mai dem „Traum vom Fliegen“. Vom Ikarus-Mythos bis zur Weltraumrakete soll die Überwindung der Schwerkraft von 13 internationalen Künstlern (Carsten Höller, Chi Peng, Res Ingold) sowie Natur- und Kulturwissenschaftlern reflektiert werden. Gleichfalls ab März und gefolgt von einem Sommer-Festival fragt ein zweites Schwerpunktprojekt unter dem Titel „Über Lebenskunst“ nach den globalen und lokalen Chancen für „Kultur und Nachhaltigkeit“. In Kooperation mit der Bundeskulturstiftung wird es dabei auch um die Bruchlandungen der Hochzivilisationen, um Klimawandel, Ressourcenschwund und beispielsweise das drohende Ende des (massenhaften) Fliegens gehen. Aber auch um neue Visionen des Überlebens. Erwartungsgemäß steht das Thema „Migration“ ebenso wie „Deutschlands Muslime und Europas Islam“ im Zentrum aktueller Debatten, und HKW-Chef Bernd Scherer erinnerte auf der Programmpressekonferenz seines Hauses daran, dass man „2011 zehn Jahre nach dem 11. September“ auf die Themen „Terror, Sicherheit, Freiheit und Religion“ mit zahlreichen Initiativen reagieren wolle. So wird bis 2013 ein Schwerpunkt „Global Prayers“ geplant. Wichtige Neuerung: Der renommierte Internationale Literaturpreis des HKW wird statt zur preisdichten Herbstbuchmessezeit bereits Ende Juni 2011 verliehen.

Das Problem aller Planungen bleibt freilich die drohende Kürzung der Zuschüsse des Auswärtigen Amts um 250 000 Euro. Das wären rund acht Prozent des gesamten Programmetats. Scherer sagt, noch gebe es Hoffnung auf einen Kompromiss. „Andernfalls müssten wir Projekte, für die schon Drittmittel fließen, mit Schaden kippen.“ P.v.B.

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