Kultur : Das Ich des Universums

ARCHITEKTUR 1

Bernhard Schulz

Einen unerwarteten, aber wohlverdienten Erfolg konnte im vergangenen Jahr die Schweizer Landesausstellung „Expo.02“ feiern. Angesiedelt im nicht ganz so tourismusverwöhnten deutsch-französischen Jura, musste diese „Landi“ – wie sie alle rund 25 Jahre abgehalten zu werden pflegt – besonders auf sich aufmerksam machen: Sie tat es mit ausgesuchter Architektur. An vier Orten im „Drei-Seen-Gebiet“ gab es spannende, witzige, ideenreiche Uferbebauungen zu bestaunen. Für den Standort Yverdon gewann das Zürcher Büro vehovar + jauslin den Wettbewerb mit seinem Konzept, das vorgegebene Thema „Ich und das Universum“ vermittels eines „Parks der Sinne“ zugänglich zu machen. So entstand – in Zusammenarbeit mit dem Rotterdamer Büro west 8 – eine Landschaft aus künstlichen Hügeln, teils als blumenbepflanzte Erdwälle, teils als holzbeplankte Schutzdächer für darunter liegende Pavillonbauten anderer Architekten ausgebildet, und verlockte zum Herumwandern und Wohlfühlen.

Jetzt sind die Entwürfe von Mateja Vehovar und Stefan Jauslin bei suitcase architecture zu sehen (Choriner Str. 54, bis 30. November; als Lektüre empfiehlt sich das „offizielle Buch der Expo.02“: ImagiNation, Verlag Neue Zürcher Zeitung, 2002, geb. 48 €). Besonders die aneinandergereihten Großdias vermitteln einen Eindruck vom Ablauf der geschwungenen Hügel. Hauptattraktion des Yverdoner „Arteplage“ – wie die vier Uferzonen hießen – war zwar die geheimnisvolle „Wolke“ des New Yorker Duos Diller and Scofidio, doch der Erfolg gerade dieser „Arteplage“ hing ganz wesentlich am spielerischen Ernst des Zürcher Entwurfs.

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