Kultur : Das irdische Leben. Sonett

Von Gianni Celati

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Wo bist du, irdisches Leben, blauer Dunst?

Den Fröschen hört der Weise zu und wie.

Er spricht mit ihnen über Träume seiner Kunst.

Und ganz vergeblich wäre selbst die Poesie,

Lauschten nicht dort im Eck die Grillen ihr.

Und auch das täglich Brot, die Philosophie,

Wär nur ein Haufen sinnloses Papier,

Erfaßt’ ein Hund nicht plaudernd ihr Genie.

Und mehr verstehn sich auf das irdische Leben

Hunde und Katzen, Zeisige, Fisch und Kröten.

Der Mensch muß immer nach dem Kriege streben,

Wie ein Aliener, der will alle Frösche töten.

Verrückter Affe, anti-irdischer Tyrann,

Zu einem alienen Stern hast du die Fenster aufgetan!

Aus dem Italienischen von Marianne Schneider

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