Kultur : Das Jahr 2001: Frauen können an die Waffen

Gleichberechtigung in den deutschen Kasernen: Von Januar 2001 an dürfen bei der Bundeswehr erstmals auch Frauen den Dienst an der Waffe verrichten. Der Gesetzgeber folgte damit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Erstritten hatte sich dieses Recht eine junge Elektronikingenieurin namens Tanja Kreil. Sie war bereits Anfang vorigen Jahres erfolgreich, will inzwischen aber gar nicht mehr Soldatin werden.

Profitieren werden von der Neuerung andere. 244 Frauen rücken bereits zu Jahresbeginn in die bisherige Männerbastion Bundeswehr ein. Dabei werden ihnen, wie Umfragen ergaben, starke Vorbehalte entgegenschlagen. Um den gemischtgeschlechtlichen Alltag zwischen Stube und Exerzierplatz einigermaßen in den Griff zu bekommen, will Generalinspekteur Kujat eigens einen speziellen "Verhaltenskodex" erlassen.

Bisher hatte sich der Fraueneinsatz in den Kasernen ausschließlich auf Sanitätskompanien und Militärmusik beschränkt. Künftig dürfen Soldatinnen auch Wache schieben, Panzer fahren und Kampfjets fliegen. Ein Fortschritt, den andere Armeen seit Jahren praktizieren - der hierzulande aber auch emanzipatorisch gesonnenen Kreisen ein gewisses Unbehagen bereitet.

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