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Das Manifest : Dogma 95: die 10 Gebote des Keuschheitsgelübdes

26.03.2013 15:23 Uhr

Am 13. März 1995 unterzeichneten die dänischen Regisseure Lars von Trier, Thomas Vinterberg und ihre Kollegen Christian Levring und Soren Kragh-Jacobsen ein Manifest, das sie eine Woche später im Pariser Odeon-Theater vorstellten, zum 100. Geburtstag des Kinos. Das Manifest enthielt xx Gebote, eine Art Keuschheitsgelübde zum Zweck der größeren Wahrhaftigkeit von Kinofilmen. Die beiden ersten Dogma-Filme, Vinterbergs "Das Fest" und von Triers "Idioten" wurden 1998 in Cannes vorgestellt. An das strenge Regelwerk hat sich aber selbst damals kaum einer der Dogma-Filmer ohne Ausnahme gehalten. Hier die Gebote im Einzelnen.

DIE 10 GEBOTE VON DOGMA 95:
Im Vorspann zu den Geboten prangern die Dogma-Filmer das "dekadente" Kino ihrer Zeit an, dessen oberstes Ziel es sei, das Publikum zu täuschen. Wörtlich heißt es: "Ist es das, was diese ,100 Jahre' uns gebracht haben? Illusionen, über die Emotionen kommuniziert werden können? Durch die freie Wahl der Tricks durch den individuellen Künstler? Vorhersagbarkeit ist das Goldene Kalb geworden, um das wir herumtanzen. ... Wie nie zuvor feiert die oberflächliche Action und das oberflächliche Kino Erfolge. Das Ergebnis ist wertlos, die Illusion von Pathos, die Illusion von Liebe. Für Dogma 95 ist Kino keine Illusion! ... Dogma 95 tritt dem Illusions-Film entgegen und präsentiert eine unverbrüchliche Liste von Regeln, genannt:

DAS KEUSCHHEITSGELÜBDE

1. Es muss am Originalschauplatz gedreht werden, Requisiten und Sets dürfen nicht verwendet werden.

2. Der Ton darf niemals unabhängig von den Bildern entstehen und umgekehrt. Musik darf nicht eingesetzt werden, es sei denn, sie taucht in der Szene selbst auf.
3. Es darf nur mit Handkamera gedreht werden. Jede Bewegung und jede Stabilisierung, die von Hand möglich ist, ist erlaubt. (Der Film darf nicht da spielen, wo die
Kamera steht, sondern es muss da gedreht werden, wo der Film spielt.)
4. Der Film muss in Farbe sein. Spezielles Licht ist nicht erlaubt. (Wenn zu wenig Licht vorhanden ist, muss die Szene geschnitten werden oder es wird eine einfache Lampe an der Kamera angebracht.)

5. Optische Tricks und Filter sind verboten.

6. Der Film darf keine oberflächliche Action enthalten. (Morde, Waffen etc. dürfen nicht vorkommen.)

7. Zeitliche und geographische Verfremdung sind verboten (Das heißt, der Film findet im Hier und Jetzt statt.

8. Genre-Filme sind nicht erlaubt.

9. Der Film muss im Academy-35-Millimeter-Format gedreht werden

10. Der Regisseur bekommt keinen Credit.


Darüber hinaus gelobe ich, mich als Regisseur des persönlichen Geschmacks zu enthalten. Ich bin kein Künstler mehr. Ich schwöre, nicht mehr auf ein „Werk“ hinzuarbeiten und dem Augenblick mehr Gewicht beizumessen als dem Ganzen. Mein höchstes Ziel ist es, meinen Figuren und Szenen die Wahrheit abzuringen. Ich schwöre, dies mit allen verfügbaren Mitteln zu tun, auf Kosten jeglichen guten Geschmacks und ästhetischer Überlegungen." .

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