Kultur : Das Programm des Theater-Festivals

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Das Schauspiel Bonn hat das Programm der "Bonner Biennale 2000" vorgestellt. Zu dem Festival, das seit 1992 "neue Stücke aus Europa" an den Rhein lädt, sind in diesem Jahr 25 Inszenierungen aus 20 Ländern eingeladen. Darunter befinden sich Werke des schwedischen Sozialdramatikers Lars Norén ("Wunder"), des italienischen Bühnenzauberers Cesare Lievi ("Der Tag der Worte der anderen") und des rumänischen Monumentalbildners Silviu Purcarete ("De Sade"). Aber auch Entdeckungen wie die Stücke des Norwegers Jan Fosse ("Sommertag") oder des Russen Oleg Bogajew ("Russische Nationalpost"). Kroatien, Albanien und Norwegen sind zum ersten Mal dabei. Die besonders lebendige niederländische Theaterszene, die vor zwei Jahren fehlte, wird mit "Black Box" von Paul Binnerts vertreten sein. Mark Ravenhills "Some Explicit Polaroids" repräsentiert die neue englische Dramatik, und aus Spanien kommt Albert Boadella ("Daaalí").

Die Biennale ist kein Avantgarde-Festival. Sie bietet eine Bestandsaufnahme der europäischen Theaterlandschaft. Daher finden sich in der Auswahl politische, soziale und eher theaterästhetische Produktionen. Böses Blut verspricht das Projekt "Ruanda 1994", das den Krieg der Tutsi und Hutu sowie die unrühmliche Rolle der UNO spiegelt und in seinem Heimatland Belgien bereits Furore machte. Für unruhige Träume soll dagegen "Die Schlafwandler" sorgen, in dem der polnische Regisseur Krystian Lupa Hermann Brochs Romantriloge auf die Bühne bringt. Wie bisher ist die Auswahl das Ergebnis einer einjährigen Recherchereise des Bonner Generalintendanten Manfred Beilharz sowie des Dramatikerpaares Tankred Dorst und Ursula Ehler, die sich auf die Empfehlungen ortsansässiger "Paten" in allen europäischen Ländern stützte.Die Aufführungen werden vom 22.Juni bis 2. Juli mit Simultanübersetzungen auf den fünf Bonner Spielstätten gezeigt.

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