Kultur : Das verfluchte siebte Jahr

Steffen Richter

grübelt über erste Sätze Der erste Satz sollte es in sich haben. Nehmen wir Prousts „Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen“. Oder natürlich Kafkas „Jemand musste Josef K. verleumdet haben…“ Der erste Satz gibt den Ton an. Dann marschiert der Text. Gerade weil dieser erste Satz so folgenreich ist, starren manche Schriftsteller tagelang auf das weiße Blatt Papier oder den leeren Monitor. Da trifft es sich, dass das LCB sein Autorentreffen 2004 „Tunnel über der Spree“ Romananfängen widmet. Wie sie’s mit Auftakten halten, verraten am 17.12. (20 Uhr, Am Sandwerder 5, Wannsee) u.a. Reinhard Jirgl, Thomas Lehr, Katharina Hacker, Katja Lange-Müller, Uwe Tellkmap und Norbert Zähringer.

Der erste Potsdam-Stipendiat sollte eigentlich zum Ruhm und Preis der brandenburgischen Landeshauptstadt schreiben. Nur bekam man dort die Unterbringung des Stipendiaten Andras Maier nicht in den Griff (Schloss oder Plattenbau – „BILD“ berichtete). Nun lacht die literarische Republik über Dilettantismus in Potsdam. Fragen Sie Maier zur Abwechslung mal wieder nach Literatur, wenn er morgen um 20 Uhr im idyllischen Peter-Huchel-Haus (Hubertusweg 41, Wilhelmshorst) aus seinen Romanen liest!

Jedem Anfang, so oder ähnlich spricht der Dichter Hermann Hesse, wohnt ein Ende inne. Das erfährt Britta Gansebohms Literatursalon gerade schmerzlich. Zum letzten Mal nach sieben Jahren öffnet morgen ihr Salon im Podewil (20 Uhr, Klosterstr. 68-70, Mitte). Hugo Hamilton liest seine deutsch-irische Geschichte „Gescheckte Menschen“ (Knaus). Dann ist leider Schicht, der Salon passt angeblich nicht mehr ins neue Konzept des Hauses. Gansebohm macht donnerstags im Z-Salon weiter (Z-Bar, Bergstr. 2, Mitte). Und da sieht es sowieso viel mehr nach Salon aus als im Mehrzweckraum des Podewil.

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