• Das Wunschbild des Ludwig Alexander Hirtreiter stimmte mit der Realität wenig überein

Kultur : Das Wunschbild des Ludwig Alexander Hirtreiter stimmte mit der Realität wenig überein

Rex Gildo hat sich in vielen Angelegenheiten offenbar ein Wunschbild gezimmert. Dazu gehört auch, dass er sich stets als gebürtiger Münchner bezeichnete.

Frühere Nachbarn des verstorbenen Schlagerstars erklärten: Rex Gildo - mit richtigem Namen Ludwig Alexander Hirtreiter - ist im niederbayerischen Straubing geboren.

"Seine und meine Mutter sind zusammen zur Schule gegangen", sagte der frühere Nachbar Siegmund Fischer am Mittwoch der dpa. "Die Hirtreiters haben im Haus des "Straubinger Tagblatts" gewohnt." Erst später, im Jahre 1949, sei Rex Gildo nach München gezogen. Bei einem Konzert in seiner Heimatstadt sei er in den 60er Jahren sogar ausgepfiffen worden, weil er sich immer als Münchner ausgegeben hätte.

Fest steht inzwischen, dass Gildo nicht 60 Jahre alt war, wie er ausgegeben hatte, sondern 63. Er sei in Wirklichkeit 1936 geboren und habe in diesem Jahr seinen 63. Geburtstag gefeiert, sagte seine langjährige Freundin Gudrun Glath in der Sat1-Sendung "Akte 99".

Diese Angaben über sein wahres Alter wurden gestern sowohl von der Plattenfirma, als auch von dem behandelnden Chefarzt der Münchener Uni-Klinik, Mutschler, bestätigt.

Auch über seinen Namen machte Gildo laut "Akte 99" unterschiedliche Angaben. Glath habe er gesagt, er heiße Alexander Reiter. Seinen Geburtsnamen Ludwig Hirtreiter habe er erst später zugegeben. "Dieses Verheimlichen von ganz banalen Dingen passte zu seinem Lebensstil", sagte Schlagerkollege Peter Kraus der dpa. "Er wollte immer 30 sein." Einen möglichen Selbstmord hat der Sänger nach Angaben der Freundin schon früher angedeutet.

"Ich erhielt beispielsweise eines Abends einen Anruf von ihm, in dem er mir sagte, er habe 40 Schlaftabletten genommen", sagte sie. Am nächsten Tag habe er dies als Scherz abgetan. Als offenes Geheimnis galt auch, dass Gildos Ehe mit Cousine Marion ein Schritt gewesen sei, mit der er nach außen hin den Schein einer angeblich vom Publikum gewünschten "Normalität" wahren und seine Beziehung zu seinem Partner verdecken wollte.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben