Kultur : David Chipperfield baut das Kunsthaus an der Museumsinsel

Jürgen Tietz

Der von dem Kunstmanager und -sammler Heiner Bastian und seiner Familie ausgelobte Wettbewerb für den Bau eines privaten Ausstellungshauses gegenüber der Museumsinsel ist entschieden. Der Gewinner ist David Chipperfield. Chipperfield ist auch für die Restaurierung des benachbarten Neuen Museums zuständig – einschließlich des neuen Eingangsgebäudes. Von daher kann Peter-Klaus Schuster, Generaldirektor der Staatlichen Museen, mit der Entscheidung gewiss gut leben. Und wer weiß, so orakelte Bastian bei der Bekanntgabe des Gewinners im Pergamonmuseum, vielleicht würde das neue Haus ja bereits in zehn, fünfzehn Jahren eine neue Nutzung erhalten.

Die Entwürfe für die Bebauung des promint gelegenen Grundstücks „Hinter dem Gießhaus 1“, das die Familie Bastian vor drei Jahren erworben hatte, waren seit Februar im Pergamonmuseum ausgestellt: Neben Chipperfield standen Namen wie Hans Kollhoff, Peter Zumthor und Frank O. Gehry zur Wahl. Chipperfields Entwurf ist ein reduziert und klar, doch nicht ohne Raffinesse. Ein Haus mit einer Fassade aus sächsischem Sandstein, bei dem Wandflächen mit großformatigen Fensteröffnungen in einen Dialog treten. Ob sich Chipperfields Baukörper tatsächlich mit seiner Position in der Straßenfront des Kupfergrabens zufrieden gibt und nicht doch in ein Spannungsverhältnis mit den Bauten der Museumsinsel treten wird, bleibt abzuwarten. Konkret ist jedoch der Zeitplan. Fertigstellung könnte Ende 2005 sein. Weniger konkret waren Bastians Aussagen über die Baukosten, „die in dem Bereich eines normalen Berliner Hauses“ liegen dürften, wobei er selbst einen Hauptanteil übernimmt. Die Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge im Pergamonmuseum wurde bis Ostern verlängert.

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