Kultur : Dcoumenta-Chef zieht positive Halbzeit-Bilanz

Heute ist Halbzeit bei der Documenta in Kassel; 50 von 100 Ausstellungstagen sind vorbei. Documenta-Chef Roger Buergel äußert sich zufrieden: „Es ist uns gelungen, das Publikum zu spalten.“ Genau das sei seine Absicht gewesen. „Wir wollten es schaffen, Kunst als Mittel der Welterkenntnis stark zu machen, jenseits von Party, Party, Party.“ Allerdings müsse die weltweit wichtigste Schau zeitgenössischer Kunst verständlicher werden. „Ich habe gemerkt, dass man viel mehr erklären muss“, sagte der Ausstellungsmacher. In den letzten Wochen sei er nur damit beschäftigt gewesen, Texte für Erklärtafeln zu schreiben.

Die bisherige Resonanz auf die Documenta 12 fällt unterschiedlich aus: Während das Publikum Buergels Auswahl einen Besucherrekord beschert – 330 000 Besucher wurden bisher gezählt, 16 000 mehr als im gleichen Zeitraum bei der Documenta 11 –, reagiert die Kunstszene verhalten. Kritik hatte es unter anderem daran gegeben, dass zahlreiche alte Arbeiten zu sehen sind und sich unter den aktuellen viele Werke von unbekannteren Künstlern finden. Roger Buergel setzt dem entgegen, dass es der Kritik an Substanz fehle: „Im Moment ist da die Debatte noch recht undifferenziert und grob.“ Er habe ein Problem mit der „Erwartung, die Documenta solle eine Art generellen Überblick bieten, eine Weltausstellung sein.“ Das habe er nie angekündigt. Die Auswahl sei kein Egotrip, aber selbstverständlich dem Autorenprinzip verpflichtet. Die Documenta mit mehr als 500 Werken von 113 Künstlern läuft bis 23. September. dpa/Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar