Kultur : Delikatessen: Andrzej Wajda-Filmreihe

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Erst am 6. März 2001 feiert er seinen 75. Geburtstag - aber der Wettbewerb in Sachen Ehrungen ist ja allerorten schärfer geworden. Also widmet das Nickelodeon dem neben Roman Polanski berühmtesten polnischen Regisseur, Andrzej Wajda, schon jetzt eine kleine Werkschau. Den Anfang macht jener Film, mit dem Wajda Ende der fünfziger Jahre nicht nur sein schon mit "Kanal" erworbenes internationales Renommee festigen konnte, sondern mit dem auch sein bevorzugter Hauptdarsteller jener frühen Zeit, der "polnische James Dean" Zbigniew Cybulski, zum Star aufstieg: das existenzialistisch angehauchte Drama "Asche und Diamant" um das Schicksal eines entwurzelten Untergrundkämpfers und den Krieg zwischen Stalinisten und Nationalpolen, der gleich nach der Vertreibung der deutschen Besatzer losbrach (bis Mittwoch täglich um 20 Uhr). Auch Wajdas weiteres Schaffen drehte sich vornehmlich um sein Heimatland und dessen Geschichte im 20. Jahrhundert. Die Reihe konzentriert sich auf die eingängigeren Arbeiten - etwa die Erinnerung an den letzten Vorkriegssommer in Wilna "Chronik einiger Liebesunfälle" (heute und morgen um 18 Uhr), den ebenso nostalgisch verklärten "Die Mädchen vom Wilkohof" (Montag bis Mittwoch, 18 Uhr) oder das Psychodrama "Der Dirigent" um einen Künstler, der im Alter in seine Heimat zurückkehrt, gespielt von John Gielgud (Sonnabend und Sonntag, 18 Uhr). Knallharten Naturalismus bietet dagegen die Reymon-Adaption "Das gelobte Land" um drei skrupellose Aufstiegswillige im Lodz des Frühkapitalismus (bis Mittwoch, 22 Uhr).

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