DENKEN : Recht hat der Mensch

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Für den Philosophen Immanuel Kant gab es genau vier Fragen, die sich ernsthaft denkende Menschen stellen müssen: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Und: Was ist der Mensch? Wir beantworten sie, nicht immer ganz ernst gemeint, mit dem Hinweis auf eine besonders empfehlenswerte Veranstaltung im Vortrags-, Lesungs- und Debattendickicht Berlins - und den Menschen, der dahinter steht.

Was kann ich wissen?

Sie schlagen die Zeitung auf und lesen eine Nachricht, die Ihnen klar macht, dass die Regierung gegen die eigene Bevölkerung agiert. Die Rede ist nicht von der NSA, sondern von zwei portugiesischen Studenten, die Anfang der 60er Jahre in einem Lissaboner Restaurant auf die Freiheit anstoßen und sich im Gefängnis wiederfinden. Der englische Rechtsanwalt Peter Benenson schreibt am 28. Mai 1961 den Artikel „The Forgotten Prisoners“, der über ähnliche Fälle informiert. Und er fordert die Leser auf, sich per Brief bei den jeweiligen Regierungen für die Freilassung dieser vergessenen Gefangenen einzusetzen – mit der Aktion ist Amnesty International geboren.

Was soll ich tun?

Ich begebe mich am Mittwoch um 19.30 Uhr in die Heilig-Kreuz-Kirche Kreuzberg (Zossener Str. 65), wo ein Informationsabend über die Arbeit von Amnesty International stattfindet. Heute hat die Organisation drei Millionen Mitglieder und Unterstützer in 150 Staaten.

Was darf ich hoffen?

Dass die Kreuzberger Nächte weiterhin lang sind. Danach brauche ich nämlich ein Bier.

Was ist der Mensch?

Ein mit Rechten ausgestattetes Wesen. Artikel 12 der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen lautet zum Beispiel: „Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr oder Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden. Jeder hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen.“ Elke Brüns

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