Denzel Washington : "Ich bin Überwachung gewöhnt"

Oscar-Gewinner Denzel Washington, der am 28. Dezember 52 Jahre alt wird, verkörpert bevorzugt den korrekten amerikanischen Helden.

Hamburg - Mit seiner aktuellen Leinwand-Partnerin, der Newcomerin Paula Patton (31), und Produzent Jerry Bruckheimer kam der Star nach Hamburg, um seinen Science-Fiction-Thriller "Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit" zu präsentieren.

Für die Idee einer Zeitreise, wie sie Protagonist Doug Carlin unternimmt, gibt es in der modernen Physik anscheinend Erklärungsmodelle. Im Film geht es aber auch um die Möglichkeit extremer Überwachung - um das Scannen des Lebens eines jeden in seinem Haus via Satellit. Wäre das nicht erschreckend?

"Eigentlich bin ich an so etwas längst gewöhnt. Als so genannte Berühmtheit werde ich ständig von Leuten verfolgt und beobachtet. Im übrigen gibt es in unserer Gesellschaft ja einen Ausgleich: Während Überwachung einerseits hilft, uns zu beschützen, können wir andererseits dadurch ausspioniert werden."

Der Film entstand Anfang 2006 in New Orleans als erste Produktion nach dem Hurrikan Katrina, der im August zuvor gewütet hatte. Was empfanden Sie dabei, in dieser Stadt zu drehen?

"Das Ausmaß der Zerstörungen war und ist immer noch überwältigend und traurig. Aber es war auch inspirierend, Menschen zu treffen, die entschlossen sind, ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen. Im Kleinen konnten wir mit dem Geld, das wir dort ließen, vielleicht ein bisschen dazu beitragen."

Nach einer Nebenrolle in "Hitch" und dem Musicalfilm "Idlewood" ist die Claire in "Déjà Vu" ihre erste große internationale Rolle. Was konnten Sie während der Dreharbeiten von Denzel Washington lernen?

"Von ihm habe ich gelernt, loszulassen. Das heißt nicht, dass man sich nicht gut vorbereiten soll - man muss schon wissen, woher eine Figur kommt, wohin sie geht und was nötig ist, um eine Szene perfekt zu gestalten. Aber wenn es soweit ist, muss man das, was man weiß, hinter sich lassen. Das Zutrauen entsteht, wenn man die Dinge geschehen lässt. Einfach den Gefühlen erlaubt, zu kommen. Darum ist Denzel ein so großer Schauspieler: Er lässt einen den lebendigen Augenblick spüren." (tso/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar