Kultur : Der Aufrichtige

Der spanische Lyriker José Hierro ist tot

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José Hierro, einer der bedeutendsten spanischen Lyriker der Gegenwart, ist am Samstag in Madrid mit 80 Jahren gestorben. Blinde Publikationswut konnte man ihm nie bescheinigen: Zwischen „El libro de las alucinaciones“ (Das Buch der Halluzinationen/1964) und „Agenda“ (Notizbuch/1991) ließ er fast 30 Jahre verstreichen, ohne eine Zeile zu veröffentlichen.    Sich selbst bezeichnete Hierro als „Mann von der Straße“, Ruhm und öffentliche Aufmerksamkeit waren ihm, der 1998 mit dem CervantesPresi geehrt wurde, zuwider. Hierro wurde am 3. April 1922 in Madrid geboren, wuchs aber an der Küste in Nordspanien auf. Als Jugendlicher veröffentlichte er Gedichte in der Zeitschrift der Anarchistengewerkschaft CNT, schloss sich der später verbotenen Kommunistischen Partei an und setzte sich für politische Gefangene ein. Unter der Franco-Diktatur (1939-1975) wurde er dafür zu zwölf Jahren Haft verurteilt, von denen er fünf absitzen musste. Seine Vorbilder waren Federico García Lorca und Gerardo Diego aus der berühmten „Generation von 1927“. Tsp

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