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Kultur : Der Dinosaurier

Zu Gast in Berlin: der US-Filmpapst David Denby

Christiane Peitz

Neun Tage ist er in Berlin, als Gast der American Academy: David Denby, Filmkritiker des „New Yorker“ und einflussreicher US-Cineast, dessen Karriere Anfang der siebziger Jahre im Umkreis der legendären Pauline Kael begann. Ein Dinosaurier: Die Medienkonzerne mit oft Dutzenden von Zeitungen entlassen die Kritiker, genügt bei kontinentweiten Filmstarts doch eine Rezension für alle.

Denby grinst: Seine Aufgabe als Kritiker besteht schlicht darin, nicht auszusterben. Der gebürtige New Yorker ist auf einen Tee ins Einstein Unter den Linden gekommen, gestern hielt er einen Vortrag in der American Academy mit dem provokanten Titel „Do American movies have a future?“ Bereitwillig erläutert er die Paradoxie einer boomenden Industrie, die ständig kurz vor dem Kollaps steht. Wegen des Irrsinns, dass ein 80-Millionen-Dollar-Flop mehr zählt als ein 10-Millionen-Dollar-Erfolg. Wegen des Turbotempos, in dem sich selbst das Schicksal einer 100-Millionen-Dollar-Produktion am Startwochenende entscheidet. Und wegen der Kinojahreszeiten. Von Anfang April bis Ende August startet jede Woche ein potenzieller Blockbuster, ab 1. Oktober bis Weihnachten wird das Kino dann anspruchsvoller, wegen des langen Anlaufs zum Oscar. 14 von 52 Wochen darf das Kino erwachsen sein, den Rest des Jahres versorgt es Kids und Familien mit Komödien und Actionspektakeln. Denby grinst wieder: Seit 25 Jahren schreibt er gegen dieses Missverhältnis an, völlig vergeblich. Scheitern als Chance. Mit „American Sucker“ veröffentlichte Denby 2004 übrigens ein Buch darüber, wie er selbst an der Börse spekulierte und verlor.

Okay, der Kommerz verdrängt die Kunst nicht komplett. Dass man Amerika um großartige Regisseure wie Scorsese, Spielberg, Eastwood, die Coen-Brüder, Todd Haynes oder Paul Thomas Anderson beneidet, versteht Denby gut. Aber er bedauert die Spaltung der Nation: „Die Idee, mit der Griffith, Chaplin und Hitchcock einst antraten, ist tot, nämlich der Gedanke, dass das Kino als die erste demokratische Kunstform seit Shakespeare Klasse und Masse vereint. Während der Depression schweißte das Kino die Nation zusammen, heute ist das Publikum geteilt.“ Die einen, wie gesagt, gehen im Herbst ins Kino, die anderen gucken Blockbuster.

Und die Zukunft? Sie stagniert. Zwar glaubt der Klassikfan Denby, dass die Kinos eines Tages multifunktionale Versammlungsorte werden und nicht nur Film-, sondern auch Opern-, Sport- oder Wahlkampfübertragungen präsentieren. Und in jedem Haushalt steht dann eine Box, von der Musik, Filme, Bücher und Spiele heruntergeladen werden können. Aber der Tag ist noch fern, wegen des anhaltenden Streits um die Download-Formate und der aufwändigen Umrüstung zum digitalisierten Kino. Deshalb zaudern die Majors. „Es ist wie beim Schwimmwettbewerb in der Highschool. Jeder hat Angst, zu früh ins Wasser zu springen, bevor der Startschuss fällt.“

Denby mag den somnambulen Blick der Zuschauer beim Verlassen des Kinos, bedeutet er doch, dass wir alle das Spektakel lieben, jenes fast religiöse Gemeinschaftserlebnis, „mit einer großen Menge fremder Menschen in der Dunkelheit die Gefühle zu teilen“. Solange sich das nicht ändert, werden die auch von David Denby so geliebten großen Kinoleinwände wohl nicht verschwinden. Christiane Peitz

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