Kultur : Der Festspiele-Intendant zum Offenen Brief im Tagesspiegel

Lieber Ivan Nagel

Sie warnen mich in Ihrem Offenen Brief im Tagesspiegel (13. 1.) vor dem Schiller- Theater: gewiss getrieben von der Liebe zum Theater. Es ist wohl wahr, dass die Freie Volksbühne für die Zwecke der Berliner Festspiele (Theatertreffen und Festwochen) weitaus besser geeignet ist. In der Realität aber haben wir keine Wahl. Nur das Schiller-Theater kann vom Land Berlin eingebracht werden. Die Mängel des Theaters lassen sich mit relativ geringen Kosten beheben, wenn der Zuschauerraum umgebaut und flexibler gestaltet wird. Hinsichtlich der Bühnenmasse sind beide Häuser gleichwertig. Da wie dort ist Theatergeschichte der Nachkriegszeit geschrieben worden. Unser Publikum empfand den schmerzlichen Verlust für das Berliner Kulturleben in der Schließung beider Bühnen. Ihre Sorge um den richtigen Weg für eine zukünftig zu verstärkende internationale Theaterarbeit ist nur zu berechtigt. Aber die Verknüpfung mit der Polemik gegen das Theatertreffen ist nicht sachgerecht. Rationale Argumentation wird verlassen, wenn Sie von "Peter Iden und Co." schreiben. Eine solche Firma kenne ich nicht. Die Jury des Theatertreffens besteht aus fünf sehr unterschiedlichen Charakteren, die nicht selten heftig miteinander streiten. Wenn wir gemeinsam bei der sachlichen Auseinandersetzung bleiben, macht es mir Freude, auf Ihre Anregungen einzugehen und nach neuerlicher Erprobung in diesem Jahr noch einmal gründlich nachzudenken und nachzuforschen. Ein offener Diskurs ist immer nützlich.

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