DER FILM Tipp… : …von Kerstin Decker

Ob die schönsten Märchenfilme in Wirklichkeit Erwachsenenfilme sind? Sicher ist: Wer Wie heiratet man einen König? als Kind gesehen hat, hat ihn nie vergessen. Nicht den jungen, hoch narzisstischen König (Eberhard Esche), der nicht eigentlich böse ist, sondern nur aus purem Übermut Unrecht spricht. Nicht die herbschöne Bauerntochter (Cox Habbema), wie sie, nur mit einem Fischernetz bekleidet, zum Monarchen kommt – und der verfällt ihrer Klugheit sofort, obwohl er sie nicht erträgt. Und beim „Wieder-Sehen“ heute? Rainer Simons Erstling von 1969 scheint beinahe noch witziger, noch poetischer, noch märchenhafter geworden zu sein – ein Kammerspiel der Macht, bis in die kleinste Rolle virtuos besetzt. (Union, nur Sa und So)

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