Kultur : Der Fluch der Seuchen: Ein Geruch bleibt

Eine halbe Million Tiere wurde wegen der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien getötet. Das war im Jahr 1967. Jetzt sind auf den Britischen Inseln wieder Berge von Tierkadavern zu sehen. Vor allem in Westengland brennen seit Tagen die Scheiterhaufen. 11 000 Tiere wurden bisher verbrannt oder zur Schlachtung freigegeben. Rinder, Schafe und Schweine werden dafür mit Benzin und Diesel überschüttet und angezündet. Die Anwohner berichten von dem beißenden Geruch, der in der Luft liegt. Die Seuche ist bisher in Großbritannien in 22 Höfen und Schlachtbetrieben ausgebrochen und könnte bald auf Deutschland und andere europäische Länder übergreifen. In Nordrhein-Westfalen wurden bereits am Dienstag 1500 Schafe wegen des Verdachts der Maul- und Klauenseuche getötet.

In Großbritannien stehen 102 Farmer unter Auflage der Behörden. Sie sind auf ihren Höfen isoliert, der Briefträger darf die Post nicht bringen, die Zufahrtswege sind gesperrt. Männer mit Masken und Schutzanzügen, die das Land mit Desinfektionsmitteln besprühen, gehören zum alltäglichen Bild. Viele Landwirte sind verzweifelt, Dutzende Jobs stehen auf dem Spiel. Hunderte von Mitarbeitern in fleischverarbeitenden Unternehmen werden entlassen. Unabhängige Metzgereien sind von Konkurs bedroht, weil das Transportverbot die Warenlieferungen verhindert. Wegen der leichten Übertragbarkeit des Erregers, etwa über Schuhwerk und Kleidung, wurden auf den Britischen Inseln und in Irland bis auf weiteres alle Pferderennen abgesagt.

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