Kultur : Der französische Film von Laetitia Masson

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Die Story handelt von Identität und Identitätsstörung, von durcheinanderschwimmenden Zeiten und Orten, vom Oszillieren zwischen Traum und Wirklichkeit...jal

So schön war Sandrine Kiberlain noch nie. Oder so schön gemacht? Laetitia Masson hat die spröde, die sommersprossige, die hochgewachsene, die hagere Sandrine Kiberlain, die sie mit "En avoir (ou pas)" bekannt und mit "A vendre" berühmt machte, in Love me endgültig zum Star herausgeputzt. Was ist ein Star? Ein Star macht süchtig, seine Filme - und was sie zu erzählen haben - sind eher egal. Sie können, zum Beispiel, auch nichts zu erzählen haben. "Love me", der zweite von drei französischen Filmen im Berlinale-Wettbewerb, erzählt von Identität und Identitätsstörung, von durcheinanderschwimmenden Zeiten und Orten, vom Oszillieren zwischen Traum und Wirklichkeit, von Liebe und Begehren und Abstoßung und Anziehung und Sucht - von allem also, was ein Film für fortgeschrittene Sinne braucht. Nur tut er das mit einem durchgängig so hohen, ja preziösen Ton, schiebt dabei fortwährend Schauspieler einander zu, die nichts als bedeutungsschwangeren, niemals Bedeutung gebärenden Text zu sagen haben, dass es meist sterbenslangweilig, manchmal peinsam und mitunter auch unfreiwillig komisch wird. Worum geht es? Eine junge Frau (S. K.) in Elvis-Land. Sie hat ihr Gedächtnis verloren. Sie trifft den abgehalfterten Rock-Sänger Lennox (Johnny Holliday). Sie hat sein Poster in ihrem Wohnwagen am Strand. Sie liebt ihn, aber ja, irgendwie. Sie, sein Fan, erniedrigt sich. Er, ein zynischer Frauenheld, erhöht sie. Sie reden. Über dies. Über das. Über alles. Und nichts. Merke: Auch Amerika kann sehr französisch sein.

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